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Credit: Adeno-Myome des Uterus / von Thomas S. Cullen. Source: Wellcome Collection.
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![hatte sieh Pal. wohlgefühlt, Ins sie vor 2V2 Monaten die Empfindung einer Lageveränderung ihrer Gebärmutter hatte, worauf im Verlaufe eines Monats im unteren Theile des Abdomen ein heftiger Anfall von Schmerzen folgte, die seitdem fast beständig angehalten haben. Audi hatten sich Frostschauer und etwas Schweiss eingestellt. Operation am 14. Juni 1894: Hysteromyomectomie. Doppelseitige Salpingo-Oophorcc- tomie. 10 cm langer Einschnitt. Myomatöser Uterus; hochgradige Pelviperitonitis mit links- seitigem Tubo-Ovarialabscess, welcher 150ccm dicken, rahmigen, sterilen Eiters enthält; feste Darmadhäsionen; retroflectirter Uterus; Omentum und Wurmfortsatz am Rectum adhärent. Starke Uebelkeit und Abdominalschmerzen; grosse, zeitweise an Delirium grenzende Nervosität während der Genesung. Höchste Temperatur 102,7° F. am ?>. Tage, 99,5 oder darunter nach dem 8., unter 99° nach dem 15. Tage. Höchste Pulsfrequenz 149 am 3. Tage; mehrere Tage lang schwacher, unregelmässiger Puls; 17 Tage lang Puls über 100 Schläge. Resultat: Heilung. Gyn.-path. Bericht No. 334. Das Präparat besteht aus einem massig vergrösserten Uterus mit adhärenten Anhängen. Der Uterus misst 8x7x7 cm. ist hellroth und überall mit festen, gefässreichen Adhäsionen bedeckt. Auf seiner Vorderfläche sitzen 2 Myome, von welchen das eine einen Durchmesser von 2,5, das andere einen solchen von 1,5 cm hat. Auf der Schnittfläche zeigt die Cervixschleimhaut das gewöhnliche Aus- sehen. Die vordere Uteruswand ist durchschnittlich 2 cm dick, die hintere etwas weniger. Im Fundus sitzen 2 kleine Myome. (Fig. 12). Eines von ihnen nähert sich ein wenig der Uterushöhle. An de]- Vereinigungsstelle der Cervix mit dem Uteruskörper befindet sich noch ein 1,5 cm grosses Myom und mehrere winzige Myome sieht man überall in den Uteruswänden zerstreut. Die Uterushöhle ist 2,5 cm lang und die Mucosa kaum mehr als 1 mm dick. Rechte Seite: Die Tube ist 17 cm lang, dem Ovarium fest adhärent, erreicht eine Dicke von 2,5 cm und ist mit Eiter gefüllt. Das Ovarium ist beträchtlich vergrössert, etwas cystisch und der Sitz eines mit der Tube communicirenden Abscesses. Linke Seite: Tube und Ovarium bilden eine fest zusammenhängende, 5x3 cm grosse Masse. Histologische Untersuchung: Man sieht, dass die rechte Tube der Sitz einer Salpingitis ist. Auch die linke Tube ist Sitz eines entzündlichen Processes; doch ist hier schon zum Theil Heilung eingetreten. Das Haupt- interesse erregt der Zustand der Uterusschleimhaut. Das Oberflächenepithel ist, offenbar in Folge mechanischer Entfernung, verschwunden. Die Drüsen sind, wahrscheinlich in Folge fehlerhafter Härtung, ein wenig degenerirt. Wo sie erhalten sind, zeigen sie das gewöhnliche Aussehen. Steilenweise findet sich massige rundzelligc Infiltration. Das Stroma erscheint im Ganzen wellig. Seine Zellen haben spindelförmige Kerne, welche dem normalen Muskel stark ähneln. Sie verlaufen auch iii gesonderten Bündeln: doch sind sie dunkler gefärbt, An einigen Punkten sieht man isolirte Drüsen oder Drüsen- bündel sich in den Muskel hinunter erstrecken (Fig. 13). Diese Drüsen zeigen das gewöhnliche Aussehen und die meisten von ihnen sind von Stroma umgeben; einige aber stehen in directem Contact mit den Muskelbündeln. Unten in der Tiefe ist der Muskel in unregelmässige Bündel aufgewickelt und zeigt das charakteristische myomatöse .Aussehen. Hier sind auch Drüsen vorhanden, die stellenweise von dem charakteristischen Uterusstroma um- geben sind. Diese Drüsen linden sich wenigstens 1 cm von de]' Uterushöhle entfernt. Wir finden ferner an diesem Uterus schwache Spuren einer alten Endometritis und diffuser myomatöser Umwandlung der Uteruswand mit Ein- dringen der Uterindrüsen in das myomatöse Gewebe, besonders an der hintern Wand. Wie schon bemerkt, sind auch gut umgrenzte subperitoneale und interstitielle Myome vorhanden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21175329_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)