Die Ohrenheilkunde in den Jahren 1851-1855 : ein Nachtrag zu der Erkenntniss und Heilung der Ohrenkrankheiten / von Wilhelm Kramer.
- Kramer, Wilhelm, 1801-1875.
- Date:
- 1856
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Credit: Die Ohrenheilkunde in den Jahren 1851-1855 : ein Nachtrag zu der Erkenntniss und Heilung der Ohrenkrankheiten / von Wilhelm Kramer. Source: Wellcome Collection.
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![Das Geräusch, welches bei diesen Versuchen iu den betreffenden Ohren gehört wird, ist sehr ver- schiedener Natur, und hat seinen Grund in 7.wei ganz verschiedenen Vorgängen. Der Knall nämlich, welcher sich in Versuch 3. [beim Auffallen des ersten Tropfens auf das Trom- melfell im Ohre sehr stark bemerklich macht, ist das Produkt verstärkter Schwingungen des Trom- i melfells, ganz so wie beim Schlagen mit dem Trom- Fmelstocke auf eine gut gespannte Trommel. Das anhaltend dumpfe oder helle Tönen aber, i welches während obiger 4 Versuche beobachtet 1 wird, rührt nicht von verstärkten Vibrationen des ' Trommelfells her, weil die komprimirle Luft (Vers. ] 1. u. 2.) die tropfbaren Flüssigkeiten (Vers. 3.) oder j die festen zum Trommelfell geführten Körper (Vers. 4.) anhaltenden Druck auf dasselbe ausüben, da ( durch seine Spannung über den Normalgrad steigern, i folglich seine Vibrationsfähigkeit in demselben I Maasse vermindern, so dass das Tönen im Trommel- felle, als einer vibrirenden Haut, seine Entstehung nicht haben kann. Es ist dies um so weniger mög- lich , da das Tönen um so stärker wird, je stärker auf das Trommelfell gedrückt, d. h. seine Spannung über das natürliche Maas gesteigert, und damit seine Vibrationsfähigkeit vermindert wird. Unter diesen Umständen muss der mechanische Reiz, welcher in allen 4 Versuchen, und der dyna- mische Reiz, welcher ausserdem noch im dritten Versuche, auf die ganze Dauer derselben anhaltendes Tönen erregt, nicht auf das Trommelfell als Haut, sondern auf die mit demselben verbundenen Nerven, ■ den N. tympanicus oder die Chorda tympani erre- i gend einwirken, und Ohrentönen erzeugen, welches i mit jenem Druck und Reize immer augenblicklich wieder verschwindet. Offenbar ist bei diesen Vor- i gangen der iV. tympanicus, als sensibler Nerv, nicht i betheiligt, da in den genannten Versuchen Tönen i durch Druck, welcher nicht-schmerzhaft ist, hervor- 1 gerufen wird. Es bleibt somit nur die Chorda tym•](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22462788_0087.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


