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Credit: Die Medizin in der klassischen Malerei / Eugen Holländer. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![gekehrt, man tadelt erst und ver- gisst darüber mir allzuoft das Lob. Dieser lielienswiirdige (Iruiid- zug in dem Charakter des Japaners, der mir in Japan selbst wie bei den vielen Japanern, mit denen ich ausserhalb ihrer Heimat verkehrte, stets von nenein auftiel, belierrscht auch die Auffassung, die sie vom menschlichen Körper haben. — Lei- der liegt ja gerade in ilirer Liebens- würdigkeit und rückhaltlosen An- erkennung alles Besseren eine grosse Gefahr für die Ifrhaltung ihres selb- ständigen Gepräges, andererseits aller verfügen die Japaner selbst ülier so viele Vorzüge, dass sie in vieler Beziehung den frenidliiudi- schen Kulturen mehr abgeben kön- nen, als sie von ihnen enijifangen. Gerade in den letzten Jalir- zehnten haben die Schätze abend- ländischer Kultur einen tiefgreifen- den Einfluss auf das japanische Volk ausgeübt und sind von ihm in einer liewunderiingswürdigen Weise assimiliert w'orden. Dieser Uni- wandlungsprozess wird vielleicht noch weiter fortschreiten; einst- weilen aber sind wir noch in der glücklichen Lage , das ursprüngliche Wesen des „Landes der aufgehenden Sonne“ wenigstens teilweise ergrün- den zu können. Die Auffassung des Nackten liei den Jajianern, wie ich es hier nach den oben angeführten Grund- sätzen gebe, ist das Gesamtbild der lieute herrschenden Anschauungen, die ich im Lande selbst bei mir befreundeten .lapanern und in den hervorragendsten Werken über Japan gefunden habe. Ich hatte daliei weder die Absicht noch selbst die Abiglichkeit, eine bis in alle Einzelheiten ausgeführte historische Uebersicht der einschlägigen Verhältnisse zusanunenzustellen, sondern habe mich darauf lieschränkt, die Auffassung des nackten Menschen bei den Jajianern von natur- wissenschaftlichem, sozialem und künstlerischem Standpunkt l'estzulegen und die daraus sich er- gebenden Schlussfolgerungen zu ziehen. c 1 Urtheile der Presse, i Dr C. II. S tratz hat sich iliircli seine iioiiulärwissenschal'iliclieii üntersuclmiifien küiisneriscli-anatoiiüsclier Art einen klangvollen Namen gesehatten, Sein nenestes Buch liehandelt ..Uie Ko r pe r t'o rni en in Kunst mul Leben der .Taiianer“. Eine ausserordentliclie Fiille cnltnrellen, klinstlerisclien. asthetisclien. anatomiselien Materials ist hier mit grosser Uehcrsielitlichkeit, nnhedingter Zuverlässigkeit und mit ansserordentlicli anniulhiger Darstellungskunst zu einem einheitlich zweckvollen Werke verurbeitet Es hält nicht nur, w;is der Titel ver- siiriclit, es ist dariiher liinaus eine Cn 11 n r ges oh i cli t e des interessanten o-tasiatischen Volkes, bezüglich seiiier Koriieridlege, seines intimen, häuslichen Lebens, seiner Knnstideale. Zalilreiche iiraclitvolle, geschickt ausgewälilte Illustrationen, darunter 4 farbige Tafeln, erhöhen noch die Anzielmngskrafi des überaus vornehm ausgestatteten Werkes, iO-e-S'/necc M/ntfeu-Zcifiuiii lOO'J, A’r. 5!*1. Stratz hat sich ilnrcli seine bisherigen Arbeiten („Die Schönheit des weiblichen Kör|iers“, i:i -\nilagen; den Ruf eines ernsten, wissenschaftlichen Autors erworben: seine neueste Monograidiie über die Körperformen der .Tapaner befestigt diesen Ruf. Mit dem .Auge des Naturforschers, des .Arztes, des Etlinogra|ihen und Kunst- gelehrten betrachtet er den nackten von allen Kleidern, Kranklieiten und Vorurteilen liefreiten mensclilichen Kör]ier und zeigt uns daran das Schöne, das von Cfott erschaflVne Elienhild. .Aber auch vom kultnrbistorischen Standimnkt aus gibt der Verfasser interessante .Anfsclilüsse über das Leben und Treiben iles kultnrell hocli- entwickelten A^olkes im fernen Osten. Hei dem von Tag zu Tag wachsenden Interesse Dir .jaiianisches Lehen und jaiianische Kunst wird das Buch für viele eine lioehwillkomniene Erscheinung sein, für deren vornelnne, künst- lerisch vollendete .Anssfaltung der Name der wohlhekaiinten A'erlagsliima bürgt. Deiitsi-he ZeUiimi 190?. 'Nr.lllJi Der Schlüssel zum A'ersländnisse jatianischen Wesens ist die Erkenntniss. dass ein alles Volk weisser Rasse, von dem die an russische Bauern erinnernden .Aino's der Rest sind, von cnllivirten mongolischen Ein- wanderern aufgesaugt worilen ist. Durch diese Mischung ist das eigenartige und liebenswürdige Volk entstamien. dem auch Str. sehr zugethan ist. Er schildert die Köriierforni nacli eigener .Aiischaunng und nach l’liotogramnien und hevorzngt liier wieder das Weih, das den Typus besser w iedergelie, w eil es weniger indii idnelle .Aliweiclinngen zeige. Der nach vorn gerückte OherUiefer, der verhältnissuiässig grosse Ko|)f und die kurzen Beine, erregen unser Befremden, aber scliöne Hände und Füsse, schöne Hals-, Sehnlter-, Briisthildinig erfreuen auch ileii ahend- hindiselieii Beschauer, wobei von der kindlichen Lieldiclikeit, dem simften graziösen Wesen ganz abgesehen ist. Mit Balz nntersclieidet Str. den mehr gestreekten aristokratiselien (Clioslut-i und den untersetzten inolefarisclien (Satsnnia-) Typus. .An die Schilderung der AVirklichkeit scliliesst sicli eine Besprechung der Heliandlung der Körperformen hei den ja)uinisclien Künstlern. .Auch dieses AA'erk des Vf.'s kann aufrichtig eni]ifohlen werden, sowolil der Bilder, wie. des Textes wegen. ‘Si'lnniOt's Jif/irhiU'Jier ih'r MeOicin 190?. Kopf einer Japanerin, Dem Chusliii sicli nälienuler Misclitypus.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2803823x_0303.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)