Vergleichung des Entwicklungsgrades der Organe zu verschiedenen Entwicklungszeiten bei Wirbeltieren / von Albert Oppel.
- Date:
- 1891
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Credit: Vergleichung des Entwicklungsgrades der Organe zu verschiedenen Entwicklungszeiten bei Wirbeltieren / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
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![sohiuelzuiiir der Medullarwülste und der Ablösung des Medulhirrühres vom Ektoderm. Die Vorgänge bei manchen Fischen, z. B. Neunaugen, vor allem aber den Teleostieren, bei welchen die Bildung als eine solide erlolgt, habe ich zwar versucht, auf die eben geschilderten einzelnen Ab- schnitte der Bildung des Medullarrohres zu beziehen, mufste jedoch da- von abstehen. Ich kam schliefslich zu dem Resultat, dai's man, wenn man sämtliche Vertebraten gleichzeitig ins Auge fal'st, kaum viel mehr allen gemeinschaftliche Abschnitte in der Bildung des Medullarrohres wird auttinden können, als die wenigen, welche ich schon pg. 33 als nicht eliminierbare Vorgänge beschrieben habe, nämlich: 1) Das spätere Medullarrohr ist im Ektoblast vorgebildet, aber noch nicht davon unterscheidbar. 2) Das spätere Medullarrohr läfst sich als ein Teil des Ektoblasts abgrenzen. 3) Der Prozefs der Ablösung des Medullarrohres vom Ektoderm tritt in die Erscheinung. 4) Das Medullarrohr hat sich vom Ektoderm abgelöst. In den dritten dieser Abschnitte fallen die gesamten eben beschrie- benen Vorgänge der Schliefsung der Medullarrinne zum Rohi'. Auf den Umstand, dafs bei Bildung der einzelnen Hirnnerven zeit- liche Verschiebungen in bedeutendem Älafse mitspielen, habe ich schon oben hingewiesen. Doch ist das vorliegende Tabellenniaterial nicht hin- reichend, um dies näher auszuführen. Der Prozeis der Segmentierung von Hinterhirn und Nachhirn hat von den ersten embryologischen Arbeiten an vielfach Beachtung und bei den verschiedenen Autoren auch verschiedene Deutung gefunden. Die Ausdehnung des Ablaufes dieser Bildung in der Entwicklung scheint mir nicht genügend gewüirdigt zu werden. Einer der neueren Autoren‘über dieses Thema (Hertwig [189]) glaubt diesen Faltungen eine gröfsere Bedeutung nicht beilegen zu sollen, da dieselben so vergänglich sind. Ich verstehe nicht, warum nicht ein vergängliches Organ eine grofse Be- deutung haben soll, es haben eine solche z. B. die in der Ontogenie höherer Tiere auftretenden Kieinenspalten. Die Tabellen zeigen, dafs bei der Dohle (Tab. XV) von Reihe 6—II und beim Star (Tab. XVI) Reihe 16—18 die Segmentiening deutlich ist. Bei den beiden angeführten Vögeln erhält sich die Segmentiening demnach bis in die letzten Stadien der betreffenden Tabellen. Ich verweise dann auf die Angaben Be- ranecks für das Huhn (Notizen aus der Litteratur an der Spitze dieses Kapitels). Bei Angiiis fragilis (Tab. IX) ist die Segmentierung schon in Reihe 8 kenntlich, also etwa in dem II. ähnlichen ontogenetischen Sta- dium und erstreckt sich von da weiter über das ganze Fischstadium bis Reihe 29. Man hat es demnach in diesem Vorgang mit einer Bildung zu thun, welche lange vor Beginn des Fischstadiums in der Ontogenie in die Erscheinung tritt und sich von da durch das ganze Fischstadium er- streckt und erst mit Beginn des Landtierstadiums sich verliert. Ich glaube, dafs dieser Umstand geeignet ist, die Auffassung zu begründen, dafs die Segmentierung des Hinterhirns für die urweltlichen Tiere, welclie dem Ende des Voifischstadiums entsprechen, und für die urweltlichen Fische eine direkte und für alle recenten Wirbeltiere wenigstens noch eine phylogenetische Bedeutung hat. Sinnesorgane. — Das zeitliche Verhältnis, in welchem die Ent- wicklung von Auge, Ohr und Nase untereinander steht, ist durch die ganze Wirbeltierreihe im gi'ofsen und ganzen eine sehr regelmäfsige.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21994705_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)