Vergleichung des Entwicklungsgrades der Organe zu verschiedenen Entwicklungszeiten bei Wirbeltieren / von Albert Oppel.
- Date:
- 1891
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Credit: Vergleichung des Entwicklungsgrades der Organe zu verschiedenen Entwicklungszeiten bei Wirbeltieren / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
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![hat iiacli Cu vier (1) nur 41 Wirbel. Dieses einzige Beisi)iel scheint mir nocli nicht stichhaltig genug zu sein, um daraus einen Schilds auf eine Reduktion zu zielien, dazu wäre weiteres Material erforderlich, wie es in der Litteratur schon vorliegt (z. B. Parker [58], Froriep |66J). Chorda. — Die Chorda entsteht durcliweg ontogenetisch früher, als die Abgliederung der ersten Urwirbel erfolgt. Dies ist von Bedeutung für die Entstehung der Wirbeltiere. Sie könnten demnach eine Stanini- form gehabt haben, welche Chorda, aber noch keine Urwirbel hatte. Alle jetzt lebenden Würmer erfüllen dieses Postulat nicht, solange die bisher bei Würmern gemachten Versuche, eine Chorda naclizuweisen, noch nicht zu einem befriedigenden Resultat geführt haben werden. Wollte man daher Würmer und Vertebraten auf dieselbe Stammform zurückführen, so müfsten entweder die Würmer die Chorda verloren haben, oder von der gemeinschaftlichen Stammform abgezweigt sein, ehe die Chorda ent- stand. Dann wären sie aber auch abgezweigt, ehe die Segmentation in die Erscheinung trat. Es wäre dann die AVürniersegmentation erst spätei- aufgetreten und der Vertebratensegmentation nicht homolog, und damit fiele ein wichtiger Anhaltspunkt für einen Vergleich zwischen Würmern und Vertebraten weg. Ich habe mich bisher in dieser Arbeit enthalten, von der Beziehung zwischen Wirbellosen und Wirbeltieren zu si)rechen, und werde auch ferner nicht darauf eingehen. Ich glaube, dafs der eben angeführte Umstand, der die Schwierigkeit einer solchen Bezugnahme deutlich erscheinen läfst*), genügt, mich diesbetreffend zu rechtfertigen. Den erwähnten Umstand etwa auf zeitliche Verschiebung oder auf eine andere Ursache zurückzuführen, sehe ich zunächst keine Möglichkeit. V e r (1 a u u n g s t r a c t u s. Notizen aus der Litteratur: Nacli Kolliuauu (16) tiiiden sich beim 18—14 wöchigen Menschen vier .Schmelzkeinie auf jeder Seite mit vollkommener Deutlichkeit bereits angelegt. Ungefähr um die achte Woche ist ein an einzelnen Stellen knotig angeschwollener Strang von Epithelieu auf dem Kieferwall gebildet. — F. Hermann sagt (97): Die erste Andeutung einer Papilla foliata fand ich bei einem Kaninchentötus von 54 mm Länge. Die erste Andeutung der Papilla vallata fand sich bei einem Fötus von 50 mm Länge. In den letzteren fanden sich Andeutungen von Geschmacksknospen schon bei 50 mm langen Föten, grofse Mengen bei 70 mm langen. Bei Kaninchen von 9.5 mm Länge findet sich die erste Entwicklung der Geschmacks- knospen in den Papillae foliatae und die erste Entwicklung der Ebnerschen Drüsen. Solche Föten stehen nur wenige Tage vor dem Ende des intrauterinen Lebens. — Moldenhauer (41) fand bei einem 8 —4tägigen Hühnerembryo 4 Kiemenspalten ge- öffnet. während sie bei einem Embryo von 6 Tagen bis «auf eine kleine hintere Stelle der ersten Spalte ge.schlossen sind. — Nach Selenka (128) treten bei Didelphys am Tage vor der Geburt die zwei j)aar Zahnleisten auf. Das Beuteljunge zeigt keinerlei Differenzierungen des Zungenejnthels zu Geschmacksorganen. — Nach Kavn (179) soll sich bei einem Embryo von Lacerta agilis ein kurzer Vorderdarm gebildet Iiabcn, ehe Urwirbel vorhanden sind\ — Liefsuer (156) macht wie Bonnet die Beobachtung, dafs beim Schaf zwei Kiemenspalten zum Durchbruch kommen. — Nach P. de Meiiron (126) ist das Lumen des Ösophagus bei Hübnerembryonen von 5 und 6 Tagen voll- ständig .geschwunden. — Hoffmann (85) fand bei einem Embryo von llaematopus ostralegus den Kopfdarm vorhanden, bei einem Embryo von Ijarus argcntatus mit zwei Urwirbeln stand der vorderste Teil des Kopfdarmes im Begriff sich abzuschnüren. — Nach Maurer (159) bestehen bei der 2 Tage ausgeschlüpften 4,4 mm langen Larve von Triton taeniatus bereits sämtliche Schlundtaschen solid, sie erreichen sämtlich das Ektoderm. — Nach H is (40) hat sich bei Embryonen von Pristiurus und Scyllium, welche \Jo—1,8 mm lang sind und 3—4 Urwirbel besitzen, der Vorderdarm 0,6 mm weit geschlossen, der freie Vorderkopf ist 0,45 mm lang. — Liefsner (156) fand bei *) Vergl. auch die Momente, welche Wiedersheim in der Einleitung seines Grund- risses der vergl. Anat. 2. Auf!., diese Frage betreffend hervorhebt. Oppel, Vergleichung. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21994705_0071.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)