Vergleichung des Entwicklungsgrades der Organe zu verschiedenen Entwicklungszeiten bei Wirbeltieren / von Albert Oppel.
- Date:
- 1891
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Credit: Vergleichung des Entwicklungsgrades der Organe zu verschiedenen Entwicklungszeiten bei Wirbeltieren / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
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![einem Einl)rvo von Lacerta vivipara die er.sten drei Kienienspalten oft(m durchpngig, an der vierten rechten erscheint Verschlufsplatte in zwei aufeinander folgenden bchnitten durcho-ebrochen. Als Charakteristikum des Entwicklungsgrades dieses Embryo sagt Eiefsner, dafs bei demselben die Entfernung von der prominierendsten Stelle des Vorderkinns bis zur Konvexität des Mittelhirns 2,7.5 mm betrage. — Beim Katzenembryo von cm Körperlänge findet sich nach Patzelt (71) die er.ste Anlage der Drüsen nnd Zotten im Darm. — Nach Chievitz (113) findet sich die erste Anlage der Sub- jnaxillardrüse sowie die Andeutung der Sublingualis beim 21 mm (nicht aber beim 17 mm) langen Schweinsembryo, beim 22 mm langen auch die Anlage der Parotis, beim letzteren ist der Sulcus' nasolacrymalis verschlossen, die Schnauze beginnt sich hervorzuheben. Beim Mausembryo von 7 mm mit äufserlich nicht ganz geschlossener Oberkieferpartie und mit hohler Linsenblase fand Chievitz keine Drüsenanlagen; dieselben waren dagegen bei einem 9 mm langen Embryo vorhanden. — P. de Meu- ron (126) notiert folgendes: Beim Huhn von 3 Tagen findet er die erste Anlage der Schilddrüse, beim Huhn von 4p2 Tagen die Thymusanlage. Beim Schaf findet sich die „glande thyroide ju-imitive“ beim Embryo von 8,.S3 mm, beim Menschen von 12 mm, für Eidechse vergleiche oben pag. 23. — Nach Sees sei (43) findet die erste Ent- wicklung der Schilddrüse beim Hühnchen bereits im Laufe, des zweiten Tages statt, mit dem Beginn des 4. Tages vollendet sich die Abschnürung; bei der Maus von 10 mm ist die Schilddrüse nach Seessei ]>aarig. — Nach Born (79) ist beim Schwein die Schilddrüsenanlage zu folgender Zeit vorhanden: Die vordere Extremität bildet eine gegen die Mitte der Basis verdickte, gegen die Künder zugeschärfte, dreieckige Platte, deren breiter festsitzender Kand noch kaum merklich eingeschnürt ist, die Em- bryonen erreichen beinahe den Entwicklungsgrad der von His beschriebenen mensch- lichen Embrvonen A und B. — Nach Eroriep (114) findet sich hei Kindsembryonen von 8,7—8,8 mm Körperlänge, welche den menschlichen A und B von His entsprechen, der Thymusschlauch als Blindsack. — Die Thymus entsteht nach Afanassiew (36) beim Huhn vom Ende des .5. oder- Anfang des 6. Tages, beim Kaninchen von .5 mm Länge. —■ Nach Maurer (160) besitzen Kaulquappen von 11—12 mm Länge eine abgeschnürte Thymusanlage, Kiemenbogen mit Knorpel und die erste Anlage der Carotidendrüse. Bei Triton taeniatus zeigt sich nach Maurer die erste Anlage der Schilddrüse am 18. Tag (das Gehörbläschen ist vom Ektoderm abgeschnürt; es bestehen vier Schlund- taschen, welche das Ektoderm noch nicht erreichen). Mund und Kiemen spalten. — Zwei Erscheinungen, welche bei einer grolsen Zahl der in die Tabellen eingereihten Tiere annähernd zur selben Zeit erfolgen, sind das Durchbrechen der Kachenhaut und der ersten durchbrechenden Kiemenspalte (in der Regel ist dies die erste, oft auch die zweite). Wie besonders durch die Arbeiten von His bekannt geworden ist, kommt es bei höheren Vertebraten für einzelne Kiemen- spalten nur zu einem teilweisen Durchltruch einzelner Stellen der Ver- schlufsplatte; manche Kiemenspalten kommen gar nicht mehr zum Durch- bruch. Die Tabelle von Anguis fragilis habe ich auf diesen Punkt be- sonders genau geprüft. Bei vielen, namentlich den älteren Autoren, konnte ich nicht mit Sicherheit entnehmen, was in jedem Falle gemeint war, ob Durchbruch oder nur Anlage; ich habe dann den Wortlaut in die Tabellen eingesetzt, also z. B. „3 Kienienspalten vorhanden“. Das Durchbrechen der Rachenhaut und die dadurch entstehende Kom- munikation der Mundbucht mit dem Schlund erfolgt wie gesagt meist mit dem Durchbrechen der ersten Kiemenspalte, und beide erfolgen fast durch die ganze Wirbeltierreihe etwa in demselben ontogenetischen Stadium. Eine Ausnahme machen hier die Selachier; bei diesen erfolgt nach Balfour und Rabl der Durchbruch der Rachenhaut sehr spät. Auch bei einzelnen weiteren Tieren findet sich eine geringere zeitliche Verschiebung betreffend das Durchbrechen der Rachenhaut. Was das Durchbrechen der Kiemenspalten betrifft, glaube ich hier mich darüber aussprechen zu sollen, in welchem Sinne ich die Angaben der Autoren verwertet habe, da hier verschiedene Auffassungen bestehen. Auf die ältere Richtung, welche eine Zeit lang das Durchbrechen von Kiemenspalten bei den höheren Wirbeltieren als etwas überhaupt nicht](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21994705_0072.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)