Die Nahrrungsstoffe : Grundlinien einer allgemeinen Nahrungslehre / von F.C. Donders ; aus dem Holländischen übersetzt von P.B. Bergrath.
- Franciscus Donders
- Date:
- 1853
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Credit: Die Nahrrungsstoffe : Grundlinien einer allgemeinen Nahrungslehre / von F.C. Donders ; aus dem Holländischen übersetzt von P.B. Bergrath. Source: Wellcome Collection.
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![Wir haben anerkannt, dass Liebig's Vorstellung, nach welcher die nicht stickstoffhaltigen organischen Bestand- teile unserer Nahrungsstoffe als Nahrung für die Athmung und die thierische Wärme, mit einem Worte als Brand- stoffe aufgefasst werden, Wahrheit enthält. Aber keine reine, vollkommene Wahrheit. Denn einerseits darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass das Gewebe, welchem die Funktionen der höchsten Ordnung anvertraut sind, das Nervengewebe Ueberfluss an Fetten hat, die zweifelsohne für den Stoffwechsel, welcher den Funktionen zu Grunde liegt, von der höchsten Bedeutung sind, und — anderer- seits gehören auch die Protein-Verbindungen, insoweit sie unmittelbar im Blute umgesetzt werden, ja am Ende alle nach demselben Begriffe zu den Athemmitteln °8). * * * Wir haben gesehen, dass der Mensch täglich mehrere Unzen Kohlenstoff- Hydrate bedarf. Ist es gleichgültig, welche er geniesst? Wir möchten es nicht behaupten. Den Traubenzucker haben wir ein leicht, vielleicht zu leicht verdauliches Nah- rungsmittel genannt. So erwünscht ein gewisses Quantum dieses Stoffes zu erachten ist, wodurch schon unmittelbar im Magen dem Blute Ueberfluss an Zucker geboten wird, so verderblich würde es für Verdauung und Ernährung sein, wenn man ausser Traubenzucker keine anderen Kohlenstoff-Hydrate gemessen wollte. Was würden die Folgen sein ? Uebermässige Säurebiklung schon im Magen würde unaufhaltsam drohen, Zucker würde in einem grossen Theile des Darmkanales fortwährend fehlen und das Blut nicht hinreichend damit versehen werden. Hier hilft das Stärkmehl aus. Als solches zu einem ansehnlichen Theile aus dein Magen in den Darmkana] übergeführt, findet fast auf der ganzen Oberfläche des letzteren nicht nur Wirkung und Umsetzung, sondern auch Resorption des fortwährend hieraus gebildeten Zuckers statt, während übermässige Säurebildung im Magen nicht zu befürchten ist. Von junger Zellsubstanz kann dasselbe gelten, wie von](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21446015_0055.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)