Durch Laparotomie gewonnene Gartnersche Cysten / von R. Unterberger.
- Unterberger, R.
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Credit: Durch Laparotomie gewonnene Gartnersche Cysten / von R. Unterberger. Source: Wellcome Collection.
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![in die Cervikalhöhle und daher der Kanal der 2. Cyste nicht direkt zur Cervixhöhle führt, auch im Verlauf etwas abgeknickt, so dass die Sonde schwieriger einzuschieben ist. Was die Cysten selbst betrifft, so stimmen da die mikro- skopischen Befunde der Wandung gut zu den Gartnercysten. Es ist cubisches Epithel, zylindrisches Epithel—das Bindege webslager und die Muscularis deutlich nachgewiesen worden; auch in den beiden Kanälen zur Cervixhöhle sind die beiden Schichten vor- handen. — Betreffs der Dickwandigkeit der Cysten — an einzelnen Stellen bis 2 cm — lasse ich die Erklärungen Gottschalks (7) zu den ^ret^ÄSchen (3) Fällen auch für meinen Fall gelten, der die Ver- dickung als Arbeitshypertrophie Kaltenbachs hinstellt. Es ist von der Patientin direkt geschildert, dass die Hauptcyste immer wieder praller, gespannter wurde und erst nach Entleerung grösserer blutiger Ergüsse wieder nachliess in der Spannung; hiervon haben wir uns auch selbst überzeugen können, so dass eine andauernde Arbeitsleistung der Cystenwand feststeht, und zwar unter erheb- lichem Druck in Folge der Enge des ausführenden Kanals, so dass die Hypertrophie auf diese Weise zustande gekommen sein dürfte. Ob die Kommunikation mit der Cervixhöhle durch präfor- mierte offene Kanäle stattgehabt oder erst späterhin in Folge des Druckes von seiten des Inhaltes der Cysten bei den entzündlichen Veränderungen der Wand der Kanäle ein Durchbruch erfolgt ist, lässt sich nicht entscheiden. Jedenfalls werden typische Beispiele für offene Kommunikation zwischen Gärtner und Uterus^ resp. Cervixhöhle von verschiedenen Seiten angeführt \v. Reckling- hausen (22)) YsllKoeherle; Klein (11, 12); Breus (S)) Kroenig (11); Polidor (21)]. Somit ist an der Diagnose der Gartnerschen Cysten in meinem Falle nicht zu zweifeln. Ist die Diagnose dieser Cysten aber auch vor der Operation zu stellen ? Kaum. — Ich würde heute ja, nachdem ich diesen Fall erlebt habe, wohl unter bestimmten Verhältnissen daran denken, dass der Gärtner auch in Frage kommen kann; die Differential- diagnose aber zwischen Ovarial-, Parovarial- und Gartnercysten dürfte nicht zu entscheiden sein. Es kommen für die GartneraystQn in Betracht die enge Ver- bindung mit der cervikalen Partie des Uterus, die eine Fixierung der Cysten, zumal wenn sie interligamentär in Entwicklung kommen, bedingt, ohne die sonst stets vorhandene spontane resp. Druckempfindlichkeit bei den aus entzündlichen Ursachen fixierten Ovarial- resp. Parovarialcysten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22466617_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


