Die Verletzungen und chirurgischen Krankheiten des Beckens / von H. Tillmanns.
- Hermann Tillmanns
- Date:
- 1905
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Credit: Die Verletzungen und chirurgischen Krankheiten des Beckens / von H. Tillmanns. Source: Wellcome Collection.
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![ischiadicum), am Tuber iscbiadicum. Die Acbse des knöchernen J^eckens i.st in ihrer ganzen Ausdehnung eine gerade (Boissard). Das Kreuzbein, von keilförmiger resp. p^u'amidenförmiger Ge- stalt und mit einer schaufelförmig gekrümmten Fläche, bildet durch die Verwachsung seiner fünf Wirbel einen sehr festen, widerstands- fähigen Knochen; in der Gegend des Promontoriums, wo die Lenden- wirbelsäule auf dem Kreuzbein ruht, liegt der eigentliche Stützpunkt der gesamten Wirbelsäule. Für die Gestalt und Größe des Becken- raumes ist die Kreuzbeinkrümmung von der größten Bedeutung. Das Kreuzbein ist wie ein Keil zwischen die Hüftbeine eingefügt; dieser Keil ist ein doppelter, einmal in der Richtung von oben nach unten und sodann von vorn nach hinten, weil die vordere Fläche breiter ist als die hintere. Daher sind Ver- schiebungen (Luxationen) des Kreuzbeins nach unten und Fig. o. Crista üiaca Spinailiaca antsup. Spinailiaca antinf Foramen obturat Tuber ischiad. Pecten ossis puhis Crista obturatoria Emmentia iliopecttn. Das knöcherne Becken von vorn gesehen. hinten kaum möglich, und auch d ie z u weil e n vo r kommen- den Luxationen des Kreuzbeins nach vorn, z. B. durch Sturz auf das Kreuzbein, sind erschwert, weil die hinteren Tuberositäten der beiden Hüftbeine das Kreuzbein über- ragen. Auch die krumme Ebene der Kontaktflächen der Articulatio sacroiliaca und der äußerst feste Bandapparat z A\ 1 s c h e n Kreuz- und PI ü 11 b e i n erschweren eine V e ]■- Schiebung des Kreuzbe ins. Del eiste Sakialwirbel ist häufig als ein ,,UebergangswirbeD von der übrigen Kreuzbeinmasse mehr oder weniger getrennt” wir wei'den später sehen, daß hierdurch Beckendeformitäten (besonders’Asymmetrie) entstehen können. Paterson fand in 8,3 > der Fälle Uebercrano-s- wiibel, es wai entweder ein sakroliimbaler oder häufif'*’er ein sakro- coccygealer Wirbel vorhanden. Die Vereinigung des letzten Lendenwirbels mit dem ersten Kreuz- wirbel springt als sog. Promontorium vor, und zwar ist nach](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29011280_0142.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


