Die Verletzungen und chirurgischen Krankheiten des Beckens / von H. Tillmanns.
- Hermann Tillmanns
- Date:
- 1905
Licence: In copyright
Credit: Die Verletzungen und chirurgischen Krankheiten des Beckens / von H. Tillmanns. Source: Wellcome Collection.
152/978 page 16
![durch die Synchondrose zwischen Kreuzbein und 5. LendenAvirbel ge- bildet, es bildet einen querovalen, vorn olfenen Ring. Die Konturen des grollen Beckens, der Darnibeinkärnme, sind im allgemeinen leicht fühlbar, da sie den Muskeln (Mm. obliquus ext. und int. und M. trans- versus) nur als Ursprung resp. Ansatz dienen, aber nicht von ihnen bedeckt sind. Besonders fühlbar ist die Spina iliaca anterior superior, welche in verschiedener Weise zu topographischer Orientierung bei ()])erationen, Deformitäten, zur Messung der Beinlänge etc. benutzt wird. Die Darmbeine stützen und tragen einen Teil der Bauchorgane und sind der feste Stützpunkt für die vom Becken teils nach dem Rumpfe, teils nach den Extremitäten ziehenden Muskeln. Nach vorn wird das große Becken nur durch Weichteile abgeschlossen, besonders durch die Bauchmuskeln (M. recti, obliqui ext. und int.. M. transversi). Am widerstandsfähigsten ist die vordere Bauch- re.sp. Beckenwand im Bereich des Ligamentum inguinale (Pouparti), in Avelchem alle Fascien dieser Gegend Zusammenstößen. Verstärkt wird das Lig. in- guinale durch das Ligamentum pubicum Cooperi, welches gleich- sam eine Ergänzung des Pecten ossis pubis darstellt, und ferner durch das Lig. lacunare (Gimbernati) an der Ansatzstelle des Lig. inguinale am Schambein. Der Raum zwischen Lig. inguinale und Schambein zerfällt in zwei Abteilungen, die L a c u n a m u s c u 1 o r u m und L a c u n a V a s o r u m. Die kleine Becken höhle hat hinten im Kreuz- und Steißbein mit den Ligamenta sacrotuberosa und sacrospinosa ihre längste Wand, vorn ihre kürzeste in der Symphysis ossium pubis. Der Beckeneingang (Apertura pelvis sujierior — Aditus pelvis Waldeyer), beim Weibe oval, beim Manne infolge des Vorspringens des Kreuzbeins mehr herzförmig geformt, wird gebildet durch das Promontorium, den oberen vorderen Rand der Kreuzbeinflügel, durch die Linea terminalis, den Kamm des Schambeins und den oberen Rand der Symphysis ossium pubis. ln der Ebene des Beckeneinganges zieht man nach Waldeyer folgende Linien: 1. den geraden (kürzesten) Durchmesser (Conjugata vera) von der Symphyse zum Pro- montorium; 2. den queren (längsten) Durchmesser (Diameter transversa aditus pelvis) zwischen zwei symmetrischen Punkten der Linea terminalis (meist an der Grenze des hinteren und mittleren Drittels des Beckeneinganges); 3. den ersten oder rechten schrä- gen Durchmesser (Diameter obliqua prima) von der Stelle, wo die Linea terminalis die Articulatio sacroiliaca dextra kreuzt, zur Eminentia iliopectinea sinistra; 4. den zweiten oder linken s c b r ä g e n D u r c h m e s s e r (D i a m e t e r obliqua s e c u n d a) von der Articulatio sacroiliaca sinistra zu der Eminentia iliopectinea dextra; o. die Distantia sacrocotyloidea von der IMitte des Promontorium zur Eminentia iliopectinea, wo diese die Linea terminalis erreicht, links oder rechts. 1 )er geräumigste Teil der knöchernen Beckenhöhle, die Ebene der sog. Becken weite (Amplitudo pelvis), liegt in der Höhe des Mittel- punkts des Acetabulums, der Synostosis sacralis II -j- IH und der Mitte der Symphyse, ln dieser „Beckenweite“ zieht man den geraden Durchmesser (Diameter recta amjilitiidi nis pelvis)” von der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29011280_0152.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


