Handbuch der Gewebelehre des Menschen : für Aerzte und Studirende / von A. Kölliker.
- Albert von Kölliker
- Date:
- 1852
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Credit: Handbuch der Gewebelehre des Menschen : für Aerzte und Studirende / von A. Kölliker. Source: Wellcome Collection.
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![röhrenmündung, mehrfache solche. Die Corpora cavernosa verhalten sich wie beim Mann und scheinen nach Valentin auch in der Clüoris die Art. helicinae vorzukommen. — Ungemein reich sind die Venenplexus in den Wänden der Scheide über den Yorhofszw^iebeln, doch stellfen diesel- ben keineswegs, wie Kohelt annimmt, wirkliche cavernöse Körper dar. Die Lymphgefasse der äussern Genitalien und der Scheide sind zahl- reich und münden theils in die Leistendrüsen, Iheils in die Beckenplexus. Die Nerven endlich stammen Iheils vom Sympathicus, theils von dem Plexus pudendus und sind namentlich in der Clüoris ungemein zahlreich, aber auch in der Scheidenschleimhaut nicht schwer zu finden. Dieselben bieten am letztern Orte Theilungen dar und sind in ihren Enden noch wenig erforscht. In den gefässhaltigen Papillen fand ich nirgends Nerven, dagegen traf ich einige Male in der Clitoris solche in gefässlosen kleinen Wärzchen, die auch rudimentäre Axenkörperchen enthielten, und glaube ich hier sowohl wie an der Oberfläche der Schleimhaut selbst, in der ebenfalls hie und da den Axenkörperchen ähnliche Bildungen vergraben liegen, an feineren und stärkeren Nerven Endigungen mit Schlingen wahr- genommen zu haben. — In der Clitoris des Schweines fand Dr. Nylan- der aus Helsingfors Pacinische Körperchen, die ich ebenfalls sah und Endigungen der Nerven in den Papillen mit Schlingen, §. 209. Physiologische Bemerkungen. DieEntwicklung der innern weiblichen Genitalien, die oben §. 202 schon berührt wurde, stimmt an- fänglich mit derjenigen des Mannes vollkommen überein und ergibt sich erst nach einiger Zeit eine Differenz in der histologischen Fortbildung der Geschlechtsdrüsen, sowie darin, dass beim Weibe der Wolff^sche Körper^ ausser dass er den Nebeneierstock bildet, in keine weitere Beziehung zu den Genitalien tritt, während die sogenannten Müller'sohen Gänge zu Ei- leitern, Uterus und Scheide sich gestalten. — Die histologischen Verhältnisse anlangend, so sind fast nur die Eierstöcke von grösserem Interesse. Dieselben bestehen anfänglich aus gewöhn- lichen Bildungszellen von 0,005— 0,009' Grösse, welche später zum Theil in Fasern und Gefässe über- gehen^ zum Theil als Zellen behar- ren, von sich aus wahrscheinlich durch Theilung sich vermehren und zur Bildung der Graafschen Follikel Fig. 271. 3 Graafsche Follikel aus dem Eierstock eines neugebornen Mädchens, 350 nna] vergr. 1. ohne, 2. mit Essigsäure, a, Structurlose Haut der Follikel, b. Epi- thel (Membrana granulosa), c. Dotter, d. Keimbläschen mit Fleck, e. Kerne der Epilhel- zellen, f. Dotterhaut, sehr zart.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20400962_0546.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)