Fortschritte der Kinderseelenkunde 1895-1903 / von Wilhelm Ament.
- Wilhelm Ament
- Date:
- 1906
Licence: Public Domain Mark
Credit: Fortschritte der Kinderseelenkunde 1895-1903 / von Wilhelm Ament. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Ermüdung und Erholung. Im allgemeinen wurde übereinstimmend festgestellt, daß die geistige Arbeit, wie sie im Unterricht und sonst geleistet wird, eine geistige Ermüdung bewirkt, welche sich in einer Qualitätsminderung der geleisteten Arbeit aus- drückt, ferner daß die Art der geistigen Arbeit, wie sie sich in verschiedenen Unterrichtsfüchern darbietet, von Einfluß auf den Grad der Ermüdung ist, so daß man die Unterrichtsfächer nach einer bestimmten Reihenfolge, der Ermüdungsskala, gruppieren kann (Kemsies, Wagner, Blaiek, Lobsien (1899]), daß eingeschobene Pausen durchweg von günstiger Wir- kung sind (Friedrich, Kemsies [189], Lobsien [1899]), kürzeren von 5 Minuten aber ein größerer Erholungswert zukommt als längeren Lobsien [1903]), die besten Arbeitstage der Woche Montag und Dienstag, ferner jeder erste und jeder zweite Tag nach einem Ruhetage (Kemsies), die beste Arbeitszeit des Tages die beiden ersten Lehrstunden sind (Kemsies), daß Ferien eine kräftigende Wirkung ausüben, deren Folgen meist jedoch nur vier Wochen nachweisbar sind (Kemsies). Die Verschiedenheit der Ermüdung, Ermüdungsarten (Ermüdungs- typen). Die Ermüdungsuntersuchungen haben eine. Fülle einzelner Ver- schiedenheit der Ermüdung, rascher und langsamer, festgestellt. Alle Er- müdungskurven, die sich BlaZek im Laufe der Versuche ergeben haben, können auf 3 Grundtypen zurückgeführt werden, nach deren einem, nicht zweien, jeder Schüler arbeitet. Der erste Typus repräsentiert die Schüler von mäßiger Begabung, großem Fleiß und großer Aufmerksamkeit. Die Ermüdungskurve steigt während der beiden ersten Stunden langsam an, er- reicht in der dritten ihr Maximum und beginnt dann wieder zu fallen. Der zweite Typus besteht in der Eigentümlichkeit, daß die Arbeit durch Er- holung unterbrochen wird. Die Ermüdungskurve verläuft von Stunde zu Stunde in schroffem Ziekzack. Dieser Typus ist der häufigste. Der dritte Typus repräsentiert die begabtesten Schüler, welche keiner großen An- strengung bedürfen. Die Ermüdungskurve stellt in ihrem Verlauf nahezu eine horizontale Linie dar. Kemsies (1901) und Lobsien (1903) haben die Tatsache der bei den Ermüdungsuntersuchungen sich ergebenden Verschieden- heiten in der Ermüdung zur Aufstellung von in Zahlenwerten ausgedrückten, nicht näher benannten Typen benutzt, ersterer vier, letzterer solche bei Be- gabten und Minderbegabten. Gogenüber den Einzelbeobachtungen, wie denen Preyers, und den Massenbeobachtungen, wie denen Galtons, erfreut sich das von Sikorsky, Burgerstein und Keller begonnene Experiment in unserer Zeit des größten Ansehens. Man maß bisher entweder die geistige Er- müdung direkt durch geistige Arbeit, geistige (psychologische) Methode, oder indirekt durch Messung der körperlichen Ermüdung, körperliche (mechanische, physiologische, psychophysische) Methode. Bei der direkten Messung der geistigen Ermüdung durch geistige Arbeit ließ man, nachdem die Versuchspersonen durch bestimmte geistige Beschäftigungen ermüdet waren, meist — da die Untersuchungen zum größten Teil von Pädagogen oder in pädagogischem Interesse ausgeführt wurden — Schüler nach einer Schulstunde und zum Vergleich auch vor derselben Additions- und Multi- plikationsaufgaben lösen, Rechenmethode und im besonderen Additions-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33470224_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)