Der Tod durch Elektricität : eine forensisch-medicinische Studie auf experimenteller Grundlage / von Julius Kratter.
- Kratter Julius, 1848-1926.
- Date:
- 1896
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Credit: Der Tod durch Elektricität : eine forensisch-medicinische Studie auf experimenteller Grundlage / von Julius Kratter. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![]1. \ 0 rs u c Ii s r c i Ii e, iiusg-eführt am 15. Aug-ust 1893 im {inatomischen Institute zu Innsbruck. Bei dieser Versuchsreihe kam der p r i m ä r e W e c h s e 1 s t r o m des Innsbrncker Elektricitätswerkes, mit der Spannung- von 1500 Volt und einer Stärke von ?•.) Amperes in Verwendung. Die Messung- geschali mit den Messapparaten der Centraistation. Der Stromschluss wurde jeweils auf ein gegebenes Zeichen durch einen Monteur der Anstalt bewirkt. Der Experimentator fasste die in einer Kautschukhiilse befindlichen blanken Kupferdrähte der Zweigleitung, die /um Experimentiertisch filhrte, mit den mit Kautschukhandschuhen beklei- deten Händen und a])plicierte die Elektroden an beliebige, bei den verschie- denen ^'ersuchen sebr oft variierte Körperstellen des gefesselten, fast immer auf den Rücken g-elegten Versucbsthieres. Die Elektroden waren, um nattirliehe Verbältnisse möglichst nachzu- ahmen, nicht besonders construiert, sondern bestanden lediglich in den blank gemachten Enden des Kupferdrabtes, der sich im Centrum des Kabels befindet, ein Draht von 5 mm Durchmesser. Das blanke Drahtende war zu einer Schlinge umgebogen. Die Contactstellen am Thierkörper wurden von Haaren sorgfilltig gereinigt und mit physiologischer Kochsalz- lösung 1)efeuchtet, oder es wurden haarfreie Körperstellen, wie die Ballen der Pfoten, die Lippen- und Mundschleimhaut zum Contacte gewählt. Die Dauer der Schliessung, also der Einwirkung des Stromes betrug in allen Fällen, wo nicht das Gegentheil besonders bemerkt ist, nur einen Moment, beiläufig: eine Secunde oder genau gesagt, jene Zeit, welche ein Mensch l)raucht. um die Schliessung und sofortige nachfolgende OefFnung mit dem Schalthebel auszuftihren. Bei späteren Versuchen wurde die Contactzeit variiert und mit einem Secunden-Chronometer gemessen. Die Versuche sind hier genau in der Reihenfolge, wie sie ausgeführt Avurden, und mit der Kummer des Versuchsprotokolles wiedergegeben. Vers. '21. Meerschweinchen, 480 (/r schwer. Application an der Schnauze und rechten Hinterpfote. Der Elektrodenabstand (E. A.) beträgt 28 cm. Lii Momente des Sttomschlusses allgemeiner Tetanus, der beim OefFnen des Stromes in eine Erschlaffung der Gesammtmusculatur übergeht. Das Thier scheint im ersten Augenblicke todt zu sein. Doch schon gegen Ende der ersten Minute nach dem Sclüage beginnen wieder Muskelbewegungen, die Athmung, welche kurze Zeit ganz sistiert hatte, stellt sich wieder ein, und nach Ablauf von einer Minute ist das Thier schon wieder ziemlich erholt, doch ist noch die rechte Hinterpfote vollkommen ') Bei diesen Versuchen, welche wegen befürchteter Störungen im Motorenbetriebe nur an solchen Feiertagen vorgenommen werden konnten, wo in den Werkstätten und Fabriken, welche elektrische Kraft bezogen, nicht gearbeitet wurde, hat mich der technische Leiter des Werkes, Herr Ingenieur Hirt, in freundlichster Weise unterstützt. Nur durch seine selbstlose Beihilfe konnte ich meine Versuche ausfüliren. Ich sage ihm liiefür besten Dank. Ebenso danke ich Herrn Director Heinrich für die bereitwillige Gestattimg der Versuche.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21711070_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)