Die indische Cholera in Sachsen im Jahre 1865 : auf Grund amtlicher Mittheilungen und eigener Wahrnehmungen / dargestellt von Rudolf Günther.
- Günther, Rudolf Biedermann, 1828-
- Date:
- 1866
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Credit: Die indische Cholera in Sachsen im Jahre 1865 : auf Grund amtlicher Mittheilungen und eigener Wahrnehmungen / dargestellt von Rudolf Günther. Source: Wellcome Collection.
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![gut, wurde oft vertragen, wo jedes andere Mittel ausgebrochen wurde, und wurde gern genommen. , Von Natrum bicarbon. sah Dr. Zeising keine Wirkung, ebenso wenig Dr. Rietschel von Natrum bicarbon. mit Ol Ricini nach der von Küss („Deutsche Klinik 1865, Nr. 34— 38) angegebenen Methode. Dr. Zenker in Glauchau gab Natr. bicarbon. mit Aether und T. Op. spl. Dr. Seume Tannin c. Op. Dr. Töpfer: Tnct. Valerian c. T. Op. Dr. Leopold: T. Op. spl. 3j—bis ^jj Aq. dest. gjjj Aq. Menth. Pip. 3]. Liq. anodyn. min. Hoffm. gtt. Vj-. x. Aller halbe bis ganze Stunden 25 Tropfen zu nehmen. Dr. Voss glaubte von der Anwendung des Plmb. acet. mit Opium guten Erfolg gesehen zu haben. Opium mit Catechu soll nach Angabe des Dr. Seume den Uebergang der Diarrhöe in Cholera verhütet und in der Cho- lera selbst die besten Dienste geleistet haben. Argentum nitricum ward von den glauchauer Aerzten, als un- wirksam, bald aufgegeben, während Dr. Rothe in Altenburg von dem Argent. nitr. (gr. Ys P^^ dosi) in vielen Fällen gute Wirkung gesehen hat. Letztgenannter Arzt will die indifferente Diarrhöe, die der Anwendung von Opium und Adstringentien leicht weicht, von der Cholera ganz getrennt wissen, in welcher diese Mittel gar nichts nützten. Gegen das Erbrechen ward in Werdau und Elsterberg haupt- sächlich Morphium aceticum mit Aq. laurocer. (gr.j auf 5jj), un- mittelbar nach dem Erbrechen 30 — 40 Tropfen, angewendet. In der grossen Mehrzahl der Fälle hörte danach das Brechen und Oppressionsgefühl im Magen auf. Brachen die Kranken nochmals, so wurde die Dosis unmittelbar danach wiederholt, meist mit gutem Erfolge. Dr. Barth in Zwickau, Dr. Wenzel und Dr. Pleissner in Elsterberg machten bei hartnäckigem Erbrechen subcutane In- jectionen von Morphium. Der Erfolg war insofern ein günstiger, als das Brechen aufhörte: trotzdem endeten die Fälle mit dem Tode. Dr. Barth beobachtete in Marienthal, dass das Brechen durch den Genuss von Pfefferminzthee nur vermehrt wurde, er liess deshalb Wasser, jedoch nur in kleinen Quantitäten auf ein- mal, gemessen und warme Breiumschläge über die Magengegend machen. Dr. Zeising in Werdau liess Selterswasser trinken, zu-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2228106x_0120.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)