Die indische Cholera in Sachsen im Jahre 1865 : auf Grund amtlicher Mittheilungen und eigener Wahrnehmungen / dargestellt von Rudolf Günther.
- Günther, Rudolf Biedermann, 1828-
- Date:
- 1866
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Credit: Die indische Cholera in Sachsen im Jahre 1865 : auf Grund amtlicher Mittheilungen und eigener Wahrnehmungen / dargestellt von Rudolf Günther. Source: Wellcome Collection.
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![letzten Herlost war der Wasserstand iu den Brunnen niedriger als je zuvor. In ^'ielen andern Brunnen des östlichen Theils der Vorstadt wie der innern Stadt ist das Wasser oft trüb, kaum geniessbar; im südlichen Stadttheile urn den Bairischen Bahnhof herum ist das Wasser gut, weil hier über der wasserführenden Schicht kein Sand liegt, vrie in den andern Stadttheilen, der für Grubeninhalt leicht durchlässig ist. Bei den frühem Choleraepideniien in den Jahren 1S49 und 1850 war die fragliche Stadtgegend. die noch jetzt von der Mehr- zahl der Armen Leipzigs bewohnt wii'd, was früher jedoch in noch höherm Grade der Fall war. arg heimgesucht. In erstgenanntem Jahre währte die Epidemie von Mitte August bis Üctober. 1S5U von ]SIitte Juli bis Ende September. Bei der ersten erkrankten 751 Personen, davon stai'ben 306 = 40,7'^o tler Erkrankten und 6,5^0 der Bevölkerung, bei der zweiten erki'ankten 760 und star- ben 320 Personen =42,i*^o der Erkrankten und 0,ö^o der Be- völkerung. Der Gesundheitszustand in Leipzig ist im Allgemeinen ein guter. Gestorben sind in Leipzig 18G1 — 64 im Durchschnitt jährlich 21-48, 2 Personen. (Das Procentverhältniss der Zahl der Verstorbenen zur Ein- wohnerzahl im Jahre 1865 ist in Wirklichkeit jedenfalls noch gün- . stiger, als hier angegeben, da hier die Einwohnerzahl vom Schlüsse j des Jahres 1864 zu Grunde gelegt ist, die im Verlaufe des Jahi'es 1865 ' jedenfalls um 1 — 2000 Seelen zugenommen hat.) Endemisch ist in Leipzig nur das Wechselheber, mit dem nord- und mitteleuropäischen Typus der Frühlingsepidemieen, die im Mai zur Akme ansteigen, und von hier zimi Wintermiuimum, mit oder ohne intercurrente Herbstexacerbation abfallen. Die Häufigkeit des Wechselfiebers in und um Leipzig hat überdies nach den dreissiger Jahren wesentlich abgenommen. Eine neue Steigerung begann mit 1846, deren Maximum 1847—49 folgte. Von 1850 nahmen die Fieber ab. ihre Zahl mehrte sich erst. 1853 ; wieder und erhob sich 1854 zu einem Maximum, das sich noch auf 1855 erstreckte. Nach einer weitern Abnahme kamen 1859 und 1860 neue Steigerungen, deren Maximum aber die beträchtliche Höhe von 1854 oder die etvras e;erin£^ere von 1847 —49 nicht 1864 1865 2497 = 2,9 7o.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2228106x_0083.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)