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Credit: Lehrbuch der Herzkrankheiten / von Theodor von Dusch. Source: Wellcome Collection.
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![Verschiebung wejt a]s nöthig und als es die Sinus mediastino-costales zulassen stärker der Lungen- D ränder. nach vorn und unten, indem sie den entstehenden leeren Raum zwischen Brustwand und Herz ausfüllen, während sie beim Heraufsteigen des Zwerchfells sich retrahiren, vordere Brustwand und Herz aber wieder in grösserem Umfang in Berührung treten. Bei ruhigem Athmen ist aller- dings die Lageverschiebung des Gentrum tendineum und somit auch des Herzens nur unbedeutend, allein bei tiefer In- und Exspiration wird sie sehr beträchtlich. Doch wird die Grösse der Verschiebung nach abwärts im letztern Falle dadurch etwas vermindert, dass durch die Hebung der Rippen die Ansatzlinie des Diaphragma an der vorderen Brustwand etwas in die Höhe rückt, und zugleich nach vorn bewegt wird. Da das Herz dieser Bewegung der Brustwand ebenfalls folgen muss, so geht dar- aus hervor, dass bei tiefer Inspiration das Herz nicht allein abwärts, son- dern auch vorwärts bewegt wird. Durch pathologische Vorgänge, welche den Athemmechanismus hem- men und verändern, kann jedoch unter Umständen gerade das Gegentheil von dem erfolgen, was wir so eben über die passiven Bewegungen des Her- zens bei der Respiration gesagt haben. Bei Krankheiten in denen die Bauch- höhle , namentlich deren oberer Theil eine grosse Ausdehnung erfährt, ist die unlere Brustaperlur oft so erweitert, dass eine grössere Zunahme ihres Umfanges durch Heben der Rippen bei der Inspiration nicht mehr stattfin- den kann. Das ohne dies schon sehr aasgespannte Diaphragma ist nur wenig gewölbt und vermag wegen des Widerslandes von Seiten der Bauchhöhle nur wenig herabzusteigen; das ohnehin schon tief gelagerte Herz, wird na- türlich bei In- und Exspiration in derselben Lage verharren; etwas Aehnli- ches findet bei chron. Lungenemphysem mit Tiefstand des Zwerchfells und dauernder Inspirationsstellung des Thorax statt. Bei allen Krankheiten, welche erhebliche Verengerungen der zuführenden Luftwege bewirken, kann je- doch der Fall eintreten, dass durch die heftige Action der inspiratorischen Muskeln am obern Theile der Brustwand, die untere Brustapertur verengt, und das Zwerchfell von den mit Luft erfüllten Bauchorganen in die Höhe gedrängt wird. Begreiflicherweise rückt in solchen Fällen das Herz bei der forcirten Inspiration herauf, bei der Exspiration hinab. Macht man will- kürlich bei verschlossner Glottis eine heftige inspiratorische Anstrengung,, so erfolgt das Gleiche ; die untere Thoraxapertur wird verengt, das Herz so- wohl , als auch die Organe an der untern Fläche des Diaphragma (Leber, Milz) rücken hinauf (bis zu 3 Centimeter). Verändertes Ver- halten der respi- ratorischen Ver- schiebung bei gehemmtem Athem mechanis- mus. b. Die activen Bewegungen des Herzens. Die musculösen Wandungen des Herzens treiben durch ihre Zusam- menziehungen das in den Herzhöhlen befindliche Blut durch die offenste- henden Mündungen aus, während sie sich bei der nachfolgenden Erschlaf- fung wieder mit dem aus den Venen nachmessenden Blute füllen. Diese Zusannnenziehungen und Erschlaffungen des Herzens erfolgen bekanntlieh in regelmässigen Intervallen, d. h. rhythmisch; den Act der Zusam-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21050338_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


