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Credit: Das Dysenterietoxin / von Robert Doerr. Source: Wellcome Collection.
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![ohne eine andere Wirkung als eine \'orübergehende Abmagerung zu erzielen. Sie leugnen daher beim Shigabazillus die Sekretion echter löslicher Toxine; dagegen erhielten auch sie durch Extraktion der ].eiber mit wässerig'en Flüssigkeiten ähnliche Substanzen, wie Neisser- Shiga und Conradi, Sie stellten A/Jassenkulturen auf Agar her, töteten durch Chloroform oder Hitze {58^^) ab, schwemmten in sterilem Wasser auf und digerierten in geschlossenen Kölbchen bei 37^' durch 20—40 Tage. Die klare Schicht, welche sich bildete, wurde dekan- tiert, war zellfrei (absolument prive de bacilles) und tötete Kaninchen in Mengen von ^1., — i ccm bei Injektion in die Ohrvene in 18—24'^ Der Obduktionsbefund war meist negativ; nur selten war die Darm- schleimhaut hyperämisch oder ödematös. Bei subkutaner Applikation höherer Dosen (1,5 — 2 ccm) starben die Tiere erst nach 5—11 Tagen, zeigten aber Paresen und Diarrhoen; die Obduktion ergab dieselben Bilder, die Vaillard und Dopter durch die Injektion lebender oder abgetöteter Kultur erhielten. Der Inhalt des Dickdarms bestand aus blutigen Massen, seine Schleimhaut war ödematös, hell- oder dunkel- rot gefärbt und wies Ekchymosen, diffuse Hämorrhagien und auf der Höhe der Falten punktförmige Nekrosen auf. Die mesenterialen Lymphknoten waren groß und rot. Ahnliche Wirkungen hatten die Autoh'sate bei Hunden, nur waren viel größere Mengen erforderlich (5—10 ccm), um die Tiere zu töten, wie ja auch beträchtliche Dosen lebender Kultur bei subkutaner Anwendung injiziert werden mußten (i — 2 Ag'arkulturen), um bei Hunden ein dvsenterisches Krankheits- bild und den Exitus herbeizuführen. Wie schon früher ang'edeutet, wollen Vailiard und Dopter diese experimentellen Resultate mit allen von ihnen geprüften vStäm- men erhalten haben und zwar haben sie nach ihrer Angabe mit Kulturen von Shiga, Kruse. Flexner. Pfuhl und Chantemesse g'earbeitet. Sie schließen daraus, daß die in den xerschiedenen Län- dern gezüchteten Dysenteriebazillen untereinander völlig identisch seien. Diese Behauptung steht so sehr in Widerspruch mit den Ergebnissen der anderen Autoren, daß sie wohl einer Aufklärung bedarf. Flexner und Sweet^^) meinen, es sei nicht sicher, daß die dem Flexnertypus angehörigen .Stämme der beiden Autoren wirklich mannitrötende Arten wiiren und haben damit wohl das Richtige getroffen. Denn wenn Vaillard und Dopter von einem Flexnerstamm sprechen, so ist diese Bezeichnung nicht genau. Wie bekannt, hat Flexner Stämme](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21174842_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


