Lehrbuch der pharmaceutischen Technik : nach eigenen Erfahrungen / bearbeitet von Friedrich Mohr. Für Apotheker, Chemiker, chemische Fabrikanten, Ärzte und Medicinal-Beamte.
- Mohr, Friedrich, 1806-1879.
- Date:
- 1866
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der pharmaceutischen Technik : nach eigenen Erfahrungen / bearbeitet von Friedrich Mohr. Für Apotheker, Chemiker, chemische Fabrikanten, Ärzte und Medicinal-Beamte. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
58/608 (page 38)
![Colatoriuni oder einen Spitzbeutel auseinanderlialten, oder sonst eine notliwendige Beschäftigung verrichten. Aus diesem Grunde mache man den Eimer auch nicht grösser als das Zwölffache der Zeichnung, weil er sonst für eine Hand zu schwer wird. In einem gut eingerichteten Labo- ]'atoi'ium gebraucht man einen solchen Giesseimer und einen gewöhnlichen Schöpfeimer nebst Schöpfkanne. Die Feuer einrieb tun gen eines Ijaboratoriums sind von solcher Wich- tigkeit, dass sie theils im Artikel Dampfapparat, theils in einem beson- deren Abschnitte über Oefen und Glühoperationen beschrieben werden. Ueber die Vei^theilung der Oefen in dem Laboratorium lässt sich nichts Allgemeines sagen, da dies zu sehr von der Oertlichkeit abhängig ist. Bei einer Neuanlage muss man sich einen Plan machen, um die Kamine nicht zu weit von den Oefen entfernt anzubringen. Die Kamine müssen sehr feuerfest sein, und werden am besten aus eigens gebackenen Ziegel- steinen gebaut. Damit diese Ziegelsteine unter sich gehörige Bindung haben, und die Fugen nicht beständig übereinander kommen, hat man verschiedene Systeme in Ausführung gebracht. Entwedei' macht man die Steine von zweierlei Form, Fig. 18 und 19, und lässt abwechselnd ein- mal die Fugen auf die Kante, und einmal in die Mitte der Seite fallen, Fig. 18. Fig-. 19. Fig. 20. Fig. 21. Ziegelsteiuformen für Schornsteine. oder man hat nur Steine von einerlei Form und bringt das Binden durch blosses Versetzen hervor. In Fig. 20 gehen die Schnittfugen durch die Mitte auf die Hälfte einer Seite, in Fig. 21 gehen sie schief aus der Mitte gegen eine Seite, aber nicht in die Kante. Kamine aus solchen Steinen lassen sich sehr schnell aufmauern, und bieten eine grosse Festig- keit und Bequemlichkeit dar. In älteren Zeiten gab man den Kaminen eine solche Weite, dass ein Mann dieselben befahren konnte. Als man später das Unzweckmässige und Kaumverschwendende solcher Einrichtungen erkannte, fiel man auf das andere Extrem, und machte die Kamine so eng, dass sie sich bald mit Russ verstopften, und dadurch schlechten Zug hatten. Man hatte sie auf 5 bis öV^ Zoll (130 bis 150™) reducirt. Erst später fand man das Richtige, was zwischen beiden Extremen lag. Man giebt jetzt den Kaminen, welche zu einem Feuer dienen, 71/2 Zoll (200^ Durchmesser, und bei mehreren Feuern 91/2 bis 111/2 Zoll (250 bis 300»™). Man muss darauf bedacht sein, an den Kaminen eiserne Thürchen von Stock zu](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067764_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)