Lehrbuch der pharmaceutischen Technik : nach eigenen Erfahrungen / bearbeitet von Friedrich Mohr. Für Apotheker, Chemiker, chemische Fabrikanten, Ärzte und Medicinal-Beamte.
- Mohr, Friedrich, 1806-1879.
- Date:
- 1866
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der pharmaceutischen Technik : nach eigenen Erfahrungen / bearbeitet von Friedrich Mohr. Für Apotheker, Chemiker, chemische Fabrikanten, Ärzte und Medicinal-Beamte. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
81/608 (page 61)
![schenswei'th, wenn die Risse zwischen den Brettern ausgespänt oder auf sonst eine Weise verschlossen sind, wei] sie Veranlassung geben, Reste einer früheren Trocknung einer späteren beizumengen, auch weil kleine Blumen, wie Flor. Meliloti und ähnliche, sich in die Risse kehren und dem Sammler verloren gehen. Der äussere Umfang des Speichers soll mit einem aufrechtstehenden Brette der ganzen Länge nach bekleidet sein, damit keine Blumen unter die Dachrinnen herunterfallen, und das Zusammenkehren von dort her ohne besondere Vorsicht geschehen könne. Von Werkzeugen gebraucht man einige, die immer auf dem Spei- cher bleiben, und an bestimmte Stellen aufgehangen werden. Zunächst einen Reiserbe^en der gewöhnlichen Art, und nur zu diesem Zwecke aus- schliesslich bestimmt; ein breites Sammelblech aus dickem Sturzblech, wie es in den Haushaltungen zum Sammeln des Kehrichts angewendet wird. Es kann vorn die Breite von IY2 Fuss (470^™), an den drei an- dern Seiten einen Bord von 4 Zoll (lOS^^^^) Höhe, und einen starken HandgrifF haben. Endlich einen Staubbesen aus Borsten mit langem Stiele, um die letzten Reste unter dem Dache, wo man nicht bequem zukommen kann, zu sammeln, und die zusammengekehrten Blumen auf das Sammel- blech aufzukehren. Der Speicher muss mit verschliessbaren Luken versehen sein. Man kann damit die Wirkungen eines Windes, Gewitters und Sturmes un- schädlich machen, welche die bereits getrockneten Substanzen in die Ecke verwehen oder mit einander vermischen würden. Bei geschlosse- nen Dachfenstern steigt auch die Hitze viel höher, und das Trocknen schreitet rascher fort. Genügende Zugluft, um die mit Wasser gesättigte Luft zu erneuern, bietet, selbst bei geschlossenen Fenstern, jedes Dach unter dem Gesimse und zwischen den Schiefern und Ziegeln dar. Die Erfahrung in den Cattundruckereien hat gelehrt, dass bei hö- herer Temperatur und geschlossenem Räume das Trocknen rascher vor sich gehe, als bei einem durch beständigen Luftwechsel niedrigeren Wärmegrade. Das Vorurtheil ist freilich so mächtig, dass man allge- mein glaubt, das Trocknen gehe bei offenen Fenstern weit rascher vor sich. Die Blumen und Kräuter werden lose aufgestreut, und dadurch am besten gieichmässig vertheilt, dass man die damit gefüllte Hand nach oben öffnet, und dieselben durch eine schüttelnde und zugleich vorwärts- gehende Bewegung aus einiger Höhe nach allen Seiten aus der Hand fallen lässt. Von Natur trockenere Pflanzen kann man dichter aufschütten als saftreiche. Am dünnsten müssen Flores Bhoeados ausgestreut werden. Sie sind am meisten geneigt, zusammenzubacken, schleimig, schmierig zu werden, und durch eine anfangende Gährung die Farbe zu verlieren. Solche feucht gewordene Stücke trocknen selbst im Trockenschranke schwierig aus. Die Kornblumen adhäriren stark aneinander, und ziehen sich beim Trocknen zu einzelneu Gruppen zusammen. Hat man sie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067764_0081.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)