Lehrbuch der pharmaceutischen Technik : nach eigenen Erfahrungen / bearbeitet von Friedrich Mohr. Für Apotheker, Chemiker, chemische Fabrikanten, Ärzte und Medicinal-Beamte.
- Mohr, Friedrich, 1806-1879.
- Date:
- 1866
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Credit: Lehrbuch der pharmaceutischen Technik : nach eigenen Erfahrungen / bearbeitet von Friedrich Mohr. Für Apotheker, Chemiker, chemische Fabrikanten, Ärzte und Medicinal-Beamte. Source: Wellcome Collection.
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![noch so gut auf dem ganzen Boden vertheilt, und denselben gleichmässig bedeckt, so kann man dennoch am folgenden Tage schon dazwischen durchgehen, ohne eine Blume zu berühren. Alle zu trocknenden Substanzen sollen nicht länger ausgestreut bleiben, als gerade nothwendig ist, um sie ferner zu bergen. Sie verlie- ren durch die Berührung der Luft an flüchtigen Substanzen, an Farbe, und natürlich auch an Wirksamkeit. Aromatische Kräuter, wie Melisse, Pfeffermünze, Majoran, trocknen an sich sehr leicht. Man nehme sie zu der heissesten Zeit des Tages, Nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr auf, nachdem sie ganz trocken und brüchig geworden sind, und berge sie in den dazu bestimmten Gefässen. Am zweckmässigsten ist es, den ganzen Vorrath sogleich in diejenige For)n zu ])ringen, in der er gebraucht wird, also entweder mit dem Wiege- oder Rollmesser zu schneiden, oder durch einen Sieb zu reiben. Alle Pflanzenkörper lassen sich nur im brüchig-trockenen Zustande durchreiben. Alsdann ist dies auch die schnellste und förderndste Art der Verkleinerung. Dadurch, dass man die ganze Menge zerkleinert, hat man den Vortheil, während des Jahres viele Arbeit zu ersparen, und eine weit grössere Menge bergen zu kön- nen. Man lasse aber zwischen dem Aufnehmen der Blumen vom Spei- cher und ihrer Verkleinerung keine Zeit verstreichen, weil die meisten schnell Feuchtigkeit aus der Luft anziehen und sich nun nicht mehr durchreiben lassen. Auch in einem etwas feuchten Zustande lassen sie sich wohl schneiden, und geben weniger Staub; allein man muss sie dann nachher noch einmal trocknen. Nur in sehr heissen Sommern werden die Pflanzen in freier Luft so trocken, dass man sie ohne Vesrderben in blechernen Gefässen aufbewahren kann. In den meisten Fällen müssen sie vorher noch in den Trockenschrank gebracht werden. Dies kann auch bei noch halbfeuchtem Zustande geschehen, wenn der Speicher wie- der zu neuen Mengen frischer Pflanzen gebi-aucht werden soll. Man gewinnt dadurch gleichsam an Raum, und kann sehr grosse Mengen von Blumen und Kräutern auf verhältnissmässig kleinem Räume fertig machen, wenn nur der Trockenschrank geräumig und in gutem Zu- stande ist. Die gehörig verkleinerten Pflanzen werden nöthigenfalls noch ein- mal im Trockenschrank scharf getrocknet, und in diesem Zustande fest in die Kasten eingedrückt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067764_0082.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)