Untersuchungen über intraoculare Tumoren : Netzhautgliome / von J.R. da Gama Pinto.
- Pinto, J.R. da Gama.
- Date:
- 1886
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Credit: Untersuchungen über intraoculare Tumoren : Netzhautgliome / von J.R. da Gama Pinto. Source: Wellcome Collection.
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![anlassmig, welche 0. Becker^), in Erwägung ihrer Aehnliclikeit mit Schlauchalgen, Algenzellen benannt hat (Fall 3,4). Ist dieses in den Linsenklüften befindliclie p]xsudat einiger- maassen als normale Gewebsflüssigkeit zu betrachten, welche natur- gemäss dahin strömt; wo sicli eine Lücke bildet, so lässt sich dies nicht von der enormen Flüssigkeitsmasse behaupten, die mitunter den Kapselsack ausfüllt und die eigentliche Linse mehr oder weniger vollständig isolirt. Einen solchen Hydrops capsulae lentis hat schon 0. Becker 2) für die congenitale und die im jugendlichen Alter auftretende Katarakt sehr genau beschrieben. Ausgezeichnete Exemplare von dieser Veränderung sind ebenfalls meine Fälle 4, 8, 9, 10. In den 3 ersteren ist die Linse bedeutend vergrössert (siehe Fig. 4, 5), im letzteren dagegen deutlich verkleinert (Fig. 6). Diese Verkleinerung ist nur das Resultat einer nachträglichen Resorption des vorhanden gewesenen Exsudats. Zu erwähnen ist noch, dass, während in Beckers Fall die eigentliche Linse durch eine breite Kapselkatarakt an die vordere Kapsel befestigt und die Exsudat- masse hinten und am Aequator angesammelt war, in meinen Fällen die Verhältnisse etwas anders liegen: im Fall 4 haftet die Linse an der hinteren Kapsel, im Fall 8 an einem ganz kleinen Theil des Aequator, in den zwei übrigen Bulbis ist sie vollständig von Ex- sudat umgeben und von der Kapsel getrennt. Gerade in diesen hydropischen Linsen begegnet man einer merk- würdigen Ernährungsstörung, welche auch ß e c ker ^) in seinem be- reits erwähnten Fall von angeborener Katarakt beschreibt und ab- bildet. Der mehr centrale Theil der Linse zeigt sich nämlich von einer ungeheuren Menge feiner, verschieden grosser Körperchen durch- setzt, die man bei oberflächlicher Betrachtung, mit Rücksicht auf ihre stärkere Tinctionsfähigkeit, für Kerne halten könnte (Fall 4, 9, 10). Diesen Kügelchen schreibt Becker eine fettähnliche Natur zu. Dass es sich aber nicht um reine Fetttröpfchen handelt, beweist der Umstand, dass sie dnrch die für die Celloidineinbettung erforder- liche Alkohol- und Aetherbehandlung nicht ausgezogen werden. In- sofern dürften diese Gebilde wesentlich verschieden von jenen sein, welche Henle, Michel und Becker an embryonalen Linsen be- 1) 0. Becker, loc. cit. pa.tf. 59, CO. 2) loc. cit pag. 149. 3) loc. cit. Fig. 19 u. 20.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22293097_0084.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)