Untersuchungen über intraoculare Tumoren : Netzhautgliome / von J.R. da Gama Pinto.
- Pinto, J.R. da Gama.
- Date:
- 1886
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Credit: Untersuchungen über intraoculare Tumoren : Netzhautgliome / von J.R. da Gama Pinto. Source: Wellcome Collection.
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![diese Flocken als kleine Gliomstücke, die sich von der Haiiptge- schwnlst losgetrennt hatten. Es ist nicht das erste Mal, dass ich hei Netzhautgliom solche weisse flottirende Glaskörpertrübimgen be- obachte: in einem vor etwa 4 Jahren nur flüchtig untersuchten Fall unseres Ambulatorium waren diese Veränderungen bei Weitem schöner und eclataner zu sehen. Es scheint mir nicht ungerecht- fertigt, diesem neuen Symptom eine grosse diagnostische Bedeutung beizumessen, umsomehr da dasselbe zu einer Zeit beobachtet wird, wo das Fehlen von Drucksteigerung Verwechslungen veranlassen könnte. Bei der wohlbekannten Brüchigkeit des Markschwammes ist es aber zu verwundern, dass diese Erscheinung nicht häufiger zur Be- obachtung gelangt. Als Hauptbedingung dazu betrachte ich vor Allem die Verflüssigung des Glaskörpers und ferner, dass der Tumor ein Glioma endophytum ist und von den inneren Schichten der Netzhaut ausgeht oder dieselben bereits durchbrochen hat. Bei denjenigen Gliomen, die nach aussen wachsen, — und diese bilden ja bekanntlich die Mehrzahl — pflegt die lietina sehr bald abgelöst zu sein und den Glaskörperraum mehr oder weniger auszufüllen, sodass zur Zeit des Eindringens der Neubildung in denselben etwaige losgelöste Par- tikelchen kaum mehr gesondert wahrgenommen werden dürften. Es ist aufifallend, dass von unseren 13 Tumoren 4 in den Glas- körperraum hineinwachsen, ohne dass dabei die Netzhaut ihre natür- liche Lage verändert (Glioma endophytum). Hirschberg in seiner fleissigen Zusammenstellung von 77 Fällen konnte nm- zwei endophyte Gliome auffinden: den von Manfredi und den von Iwan off*). Aus der älteren Litteratur würde ich den Befund von Eobin^) und gleichfalls einen Fall von v. Graefe^) hierher rechnen. Dieser niedere Procentsatz der nach innen wachsenden Gliome ist meines p]rachtens eher darauf zurückzuführen, dass man es von jeher nicht anders erwartet hat, als dass der Markschwamm in peripherer Kich- tung wachse und die Retina dabei abgelöst sein müsse. Erst nach- dem durch die Publikationen von Manfredi und Iwanoff die Aufmerksamkeit darauf gelenkt war, wurden mehrere Fälle von 1) Hirschberg, Markschwaiinn, pag. 90 u. 91. 2) Ch. Robin, J. Sichers Iconographic ophtliabnologiquo, pag. .58'). 3) A. V. Gracfe, Arch. f. Ophthalin. Bd. Vll, 2, pag. 4.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22293097_0095.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)