Chemie der organischen Farbstoffe / von R. Nietzki.
- Nietzki Rudolf, 1847-1917.
- Date:
- 1889
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Credit: Chemie der organischen Farbstoffe / von R. Nietzki. Source: Wellcome Collection.
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![Angabe über den Ursprung des Jaune iudienne, welche so oft ange- zweifelt wurde. Vermuthlich findet sich Euxanthon in gewissen Pflanzen, welche als Futter für die betreffenden Thiere dienen, und geht durch Addition von Glucuronsäure als Euxanthinsäure in den Harn über. Man gewinnt die Euxanthinsäure, indem man den zunächst mit heissem Wasser erschöpften Purree mit verdünnter Salzsäure behan- delt, und aus dem Rückstand die Säure durch Ammoniumcarbonat auszieht. Das entstandene Ammoniaksalz wird durch Salzsäure zerlegt und die Euxanthinsäure aus Weingeist krystallisirt (2). Sie bildet glänzende strohgelbe Nadeln, welche sich wenig in kaltem, leichter in heissem Wasser, leicht in Alkohol, nicht in Aether lösen. Beim Erhitzen auf 130° spaltet die Euxanthinsäure ein Wasser- molekül ab und geht in ihr Anhydrid Cjg H]6 O^q (6) über, welches früher für die krystallwasserfreie Euxanthinsäure gehalten wurde, während man die Säure selbst als C^g Hm Ojo + Hg 0 auffasste. Die Euxanthinsäure ist einbasisch und bildet mit Alkalimetallen leicht- lösliche, mit Magnesium und Blei schwerlösliche Salze. Die Alkali- salze werden durch überschüssige Alkalien gefällt. Durch Erhitzen mit Wasser oder verdünnter Schwefelsäure auf 140° wird sie in Euxanthon C13 Hg O4 (i) und Glucuronsäure Cg Hjq O7 {6) gespalten. Auch beim Erhitzen auf 160 —180°, sowie beim Erwärmen mit concentrirter Schwefelsäure wird sie unter Bildung von Euxanthon (38) zersetzt. Durch Einwirkung von Chlor oder Brom entstehen Bisub- stitutionsprodukte (2). Salpetersäure bildet in der Kälte Nitro- euxanthinsäure, beim Erwärmen Trinitroeuxanthon und schliesslich Styphninsäure (1). Euxanthon C13 Hg O4 bildet blassgelbe, breite, unzersetzt sublimirbare Nadeln. Es ist unlöslich in Wasser, löst sich wenig in Aether, leicht in siedendem Alkohol. Es entsteht wie oben angegeben aus der Euxanthinsäure, kommt aber fertig gebildet im Purree und zwar in den geringeren Sorten am reichlichsten vor. Es ist obwohl es keine sauren Eigen- schaften besitzt, in wässrigen Alkalien löslich. Seine alkoholische Lösung wird durch Bleiacetat gefällt. Beim Schmelzen mit Kali bildet es Euxanthonsäure C13 H,o O5 (3) neben Hydrochinon. Beim Erhitzen mit Zinkstaub destillirt Benzol, Nietzki, Farbstoffe. .](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21698521_0225.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


