Compendium der Physiologie des Menschen : mit Einschluss der Entwickelungsgeschichte / von Adolf Fick.
- Adolf Fick
- Date:
- 1874
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Credit: Compendium der Physiologie des Menschen : mit Einschluss der Entwickelungsgeschichte / von Adolf Fick. Source: Wellcome Collection.
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![ilhrif^cn |>('ii|ilii'ris(lirM ,\ri-vni sind iinslicilii;. wir olirn (S. !{.')!{) sclinn angcdt'Ulcl, iiiclil Aliswilclisc des (Iciilraloif^iiiics /.wisclini die Hi^nnc liinrin, viclniclir cnlslclicii sie an (Ml und Slcllr ans dcisrllicn l'.ilihini^s- massc, aus wcIcIht die nnii^clKMidcn (M-^anr rnish'licn, clicnsii die .Nerven (l«?s sympalliisclicn Sysli'nics. Die IIilH's- und S<lnil/\v('rk/<'n;;r der iKdunn Sinne sind /.nni Tlioil Einslillijunj^on der äusseren Ilanlllärhc. Iiics i^ili nanienllicli v(ui der Linse im Auj,n', vom Geliörlaliyrinlh und \(in dir Nasenschleimhaul. Auch die Mundseldeimliaul nebsl ihren Anlianj^sdrilsen isl eine Einsliilpung des llonddalles, welche sich erst sj)äler mit dem Daruuh'üseuhlatle in Konlinuiliit setzl. Die Verfolgung dieser Enhviekelungen im Einzelnen würde hier zu weil führen, hicid übrigens der Vorslelhmi,' keine wesentlichen Schwierigkeiten. Von den Knochen des Kopfes entwickeln sich die das Hirn einschlies-529. senden aus der nächsten Umgehung der Hirnhlasen, ohne dass dabei besonders bemerkeuswerihe Ereignisse vorgingen, nur ist hervorzuhel)en, dass die Basallheile in knor])eliger Anlage, welche die Fortsetzung der ürwirbelreihe nach vorn ist, vorgebildet sind, wiihrend die Knochen des Schädeldaches nicht aus Knorpeln hervorgehen. Die Knochen und Weich- theile des Gesichtes entstehen auf sehr eigenthümliche Weise. In einer gewissen, sehr friUien Entwickelungsperiode nämlich bekommt die Wand des Embryo am Kopfende unter den Hirnblasen Spalten, v\elche auf jeder Seite nach oben und unten gehen, ganz analog den Kiemen- spallen, welche beim Fische während des ganzen Lebens bleiben. Die Wandstreifen zwischen den Kiemenspalten, beim Menschen 4 an der Zahl, heissen Kiemenbogeu oder Visceralbogen. Die Spalten überwachsen beim Säugethier- und Menschenembryo später wieder. In den Bogen treten verschiedene Gliederungen und Verknöcherungen ein. So entsteht aus dem ersten Kiemenbogeu: Oberkiefer, Jochbein, Unterkiefer, Zunge, Hammer, Ambos, äusseres Ohr, tnba Eustacliii, Trommelhöhle. Aus dem zweiten Kiemeubogen entsteht der Steigbügel und das kleine Zungenbein- horn. Aus dem dritten Visceralbogen entsteht der Körper und das grosse Hörn des Zungenbeins, Giessbeckenknorpel und Kehldeckel. Der vierte Bogen verschwindet gänzlich. . Die Muskeln und Knochen des Rumpfes bilden sich überall, wo sie später liegen, aus der dort vorhandenen Bilduugsmasse, also insbesondere aus den Massen der Uranlage, welche eben als Seitenplatten bezeichnet w^erden, und zwar aus deren äusserer Schicht. Die darüber liegende äusserste, eigentliche Bedeckungsschicht, das Hornblatt des Embryo, wird (wie schon mehrfach augedeutet) zur Epidermis des Bumpfes, wie sie ebenso zur Haut des Kopfes am vorderen Ende des Embryo wird. Sie liefert auch das Bildungsmalerial für sämmtliche Organe und Annexe der Oberhaut, als Haare, Näsrel, Talgdrüsen und — Milchdrüsen. Auch dieser](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21051987_0373.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


