Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker.
- Date:
- 1871-1872
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Credit: Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker. Source: Wellcome Collection.
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![Furche genannt. Später ergänzt sich diese zu einer Kreisfurche, und die nunmehr kreisförmig abgegrenzten grossen Keimzellen wurden von Ecker 'j <nls Dotterpfropf bezeichnet. Ich habe jene Eihälfte^), an welcher die halb- kreisförmige Furche entsteht, RUckenhälfte genannt, weil sich an dieser der Rücken des Embryos ausbildet; es fällt die Längenaxe des Rückens in eine Linie, welche von der Milte jener Furche zum oberen Pole läuft. Die ent- gegengesetzte Hälfte habe ich Bauchhälfte genannt. Es war nämlich schon BAEr bekannt, dass die Eichen im Wasser später eine Drehung um 90 aus- führen , so dass der Meridian zu einem Aequator wird. Durch diese Drehung kommt die jetzt seillich gelegene Rückenhälfle nach aufwärts zu liegen. Diese Drehung wird durch die Bildung einer zweiten Höhle eingeleitet, welche sich der Rückenhälfte entlang hinzieht. Dadurch wird der Schwerpunkt des Eichens verschoben und die Drehung ist eine nothwendige Folge davon. Diese zweite Höhle (iV. Fig. 401) ist von Rusconi^) erkannt worden. Golubew^ hat einige irrthümliche Beziehungen in der Nomenclalur der beiden Höhlen durch historische Forschung aufgedeckt und festgestellt, dass die BxER'sche Höhle als elliptische, die RuscoNi'sche aber als halbmondförmige zu bezeich- nen ist. Remak^) hat angenommen, dass die Rusconi'sche Höhle von der gleich- namigen Furche aus durch Einstülpung entstehe. Theoretische Erwägungen haben ihn zu dieser Annahme geführt. Er hatte angenommen, dass der Vogelkeira aus drei Zellenlagern oder Blättern zusammengesetzt sei. Das oberste oder äussersle nannte er Hornblatt oder sensorielles Blatt, das zweite, mittleres oder niotorisches, auch motorisch germinalives Blatt, und das dritte endlich Darmdrüsenblatt. Dass der Vogelkeim blaltartig ist und sich nach abwärts einkrümme, w^ar schon seitC. F. Wolf bekannt. Nun glaubte Remak, die Analogie zwischen Vogel- und Batrachierkeim durch folgende Annahmen plausibel zu machen. In der Decke der Furchungshöhle suchte er die Analoga für das sen- sorielle und motoi'ische Blatt, das Analogen des Drüsenblattes der Vögel hin- gegen in dem weissen Feldchen am unleren Pol des Batrachiereies. Der Froschkeim, sagte er, ist zwar nicht blattförmig, könne sich also im Sinne des Vogelkeims nicht einkrümmen. Hingegen stülpe sich die untere Fläche des kugeligen Batrachierkeims ein, um sich an das motorische Blatt, welches er sich, wie gesagt, an der inneren Fläche der Mantelschichte als bereits voll- endet gedacht hat, anzulegen. Ich habe indessen gezeigt6), dass die Rusco- ni'sche Furche durch ein Auseinanderweichen der Formelemente und nicht durch eine Einstülpung zu Stande komme. Von dieser Furche aus sah ich 1) Icones physiology. 2) Zeitschr. f. w. Zoologie. Bd. XI. 3) Mlller's Archiv, ■1836. 4) RoLLETT, Untersuchungen. Leipzig 1870. «) L c. 6) ]. c.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907341_1246.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)