Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker.
- Date:
- 1871-1872
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Credit: Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker. Source: Wellcome Collection.
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![von nehonsiicliliclicr Hcdeulung. Von Bedoulung ist hier nur, dass die Zeilen ül^erluiupt vcrsciiolien werden, um die embryonalen Biauer bilden zu helfen, und diese Angelegenheit darf wieder als erledigt angesehen werden. Es wurde schon früher angedeutet, dass die von der Rusconi'schen Furche ausgehende Spalte der Rückenhfilfle entlang nach oben fortschreitet. Wenn die halbmondförmige Spalte in ihrem Wachsthume nach oben an die Grenze der Furchungshöhle angelangt ist, stösst sie auf die früher er- wähnten weissen Keimzellen, welche der Rückenhälfle entlang vom Boden der Furchungshöhle an die Decke heranreichen. In diese hinaufreichenden Zellen wachst nun die Spalte hinein. Legt man durch das Ei vom unteren Pol ausgehend ein^ Anzahl horizon- taler Schnitte an , so erkennt man , dass die in der Rückenhälfte befindliche Spalte nahezu halbmondförmig ist; sie wird nach aussen durch die aus klei- nen Zellen bestehende Mantelschichte, nach innen von weissen Keimzellen [z] begrenzt. Die Mantelzone ist indessen jetzt hier viel dicker, als da, wo sie die Decke der Furchungshöhle bildet. Mit anderen Worten, es ist hier die Theilung der grossen Keimzellen zu kleineren Zellen gegen die Axe des Eies zu vorgeschritten. Was jetzt nach aussen von dieser Spalte liegt, ist nicht mehr das Analogon des sensoriellen Blattes (Remak) , sondern es enthält die Anlage für alle Keimblätter. Aus der Spalte wird später ein Theil der Visce- ralhöhle, und was nunmehr nach aussen von ihr liegt, bildet die ganze Dicke des Rückens. Auf hinreichend dünnen Durchschnitten von in Chromsäure gehärteten Präparaten kann man an diesem Theile des Rückens schon sehr deutlich zwei ungleich breite Schichten erkennen. Die dün- nere äussere Schichte besteht aus kleineren Zellen und ist das Analogon des sensoriellen Blattes (Rkmak) ; die dickere innere Schichte be- steht aus grösseren Zellen, die aber immerhin wesentlich kleiner sind, als die grossen Keim- zellen im Centrum des Bodens der Furchungs- höhle. Aus dieser inneren dickeren Schichte spaltet sich später eine innerste einzellige Lage (Darmdrüsenblatt, Remak) ab, während der Rest das hier ziemlich mächtig entwickelte mittlere oder motorisch germinative Blatt darstellt. Die auf dem Durchschnitte sichelförmige Zellenanlagerung [z) schreitet immer höher gegen den Pol hinauf, und die auf dem Horizontal- schnilte halbmondförmige Spalte wächst ihr nach. Da aber ilie Spalte in jene neu angelagerten ollen hineingreift, so bleibt ein Theil derselben nach wie vor auswärts von er Spalte als definitive Anlagerung an der Decke der Furchungshöhle haften, P W Fig. 400. Senkrechter und gröss- ler Durclisclinitt durcli ein Ei von Bufo cinereus. Die von aus- gehende und Ins über z hinaus- reichende Höhle ist im Interesse des Verständnisses in ihrer gan- zen Ausdehnung als breite Spalte gezeichnet, was in der Thal nur in ihrer oberen Hälfte der Fall ist. D Decke. Z Boden der Fur- chungshöhle F. P weisses l'eld.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907341_1248.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)