Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker.
- Date:
- 1871-1872
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Credit: Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker. Source: Wellcome Collection.
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![Hoden der Keimhöhle herab. Beim Hühnchen bleibt aber eine Schichte zu- rück, um das Darmdrüsenblatt zu bilden. Bei der Forelle fallen alle herunter, es wird im Cenlrum gar kein DrUsenblatt angelegt. Folgt man hingegen um die Zeit, als das verdünnte Centrum (S) des noch wonig ausgebreiteten Keims über der Hohle liegt, den auf dem Boden der Höhle liegenden grossen Zellen [M] gegen die Peripherie, so gewahrt man, dass sie direct übergehen in eine tiefere Lage grosser Zellen, welche an dem ver- dickten Rande die untere Schichte und, wie sich weiter ergiebt, die Anlage für das motorische Blatt sowohl, wie für das Darmdrüsenblatt bilden. Dieses Verhältniss legt die Vermuthung nahe, dass die grossen Zellen am Bo- den der Keimhöhle ceeen die Peripherie hin wan- dern, um die daselbst be- findlichen grosszelligen An- lagen entweder zu bilden Fig. 405. Durchschnitt durch den Keim von Salmo fario. oder zu verstärken. Es ist übrigens weiter zu bedenken, dass sich unter den Wänden des Dotter- sacks ein reiches Blutgefässnetz ausbildet, und dass die grossen Zellen auf dem Boden der Höhle auch nach dieser Richtung hin Vervverthung finden könnten. D. Säugethiere. Ueber die ersten Veränderungen des Säugethier- keims habe ich selbst kaum nennenswerthe Beobachtungen gemacht. Ich bin also auf diesem Gebiete nur Compilator. So werthvoll indessen das literari- sche Material ist, welches mir vorliegt, so kann ich doch auch davon nur beschränkten Gebrauch machen. Erstens weil ich an diesem Orte nicht eine Geschichte der Kämpfe geben kann, durch welche die ersten sicheren Sätze erobert worden sind. Zweitens, weil das Säugethierei während der neuesten Epoche der Embryologie gar nicht bearbeitet worden ist. Die älteren Mittheilungen passen nicht gut in die neugestalteten An- schauungen, und ich habe keine Neigung, die Incongruenzen am Schreibtische auszuglätten. Ich ziehe es vor, die Darstellung dürftig auszustatten, dabei aber darauf aufmerksam zu machen, dass in der Entwickelungsgeschichte des Säugethiereies die noch ungehobenen Schätze reichlich vorhanden sind. Ein bestimmtes Bild von der Furchung des Säugethiereies hat zuerst ßiscHOFF entworfen. Wenn auch dieser Forscher selbst') das Verdienst der ersten Erkenntniss des Vorganges Karl Ernst v. Baer zuschreibt, so kann ich mich als Historiker doch nicht daran halten. Die Beschreibung Bischoff's ist eben die erste, welche auf der Höhe auch unserer heutigen Anschauung steht. Hier finden wir klar ausgesprochen, dass sich der Keim (Dotter) innerhalb der Hülle und unabhängig von ihr in kleinere Formelemente abspaltet. So gelangt ^) Entwickelungsgeschichte des Kanincheneies. 1842. p. 66.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907341_1263.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)