Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker.
- Date:
- 1871-1872
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Credit: Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker. Source: Wellcome Collection.
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![In der riiliendon Muskel-Primilivfaser findet sich joder Quorslreif durch eine dunkle Linie in zwei llalflen zerlJieiil. Diese Linie ist der Ausdi'uck einer feinen Scheibe (Mitlelscheibe). Es findet also im Muskel nicht einfach ein Wechsel zwischen einer stark liciitbrechenden Substanz, der Querscheibe, und einer schwach lichtbrechenden, der Zwischensubstanz, statt, sondern auf die erste Hälfte dei- Querscheibe folgt eine schwach brechende Substanz, die Mit- telscheibo, dann die zweite Hälfte der Querscheibe und endlich die Zwischen- substanz. Anders lautet die Auffassung von Krause i). Jede Muskelspindel besieht nach ihm, abgesehen vom Sarcolemma, aus einer sehr grossen Anzahl von Muskelkästchen. Jedes Muskelkästchen enthält ehi Muskelprisma, aus der anisotropen Substanz bestehend, welches das Muskelkästchen fast ganz aus- füllt. Die Form der Muskelprismen (Sarcous elements) ist die einer mehrkan- tigen, oben und unten quer abgeschnittenen Säule, deren Querdurchmesser wechselt, während die Höhe der Muskelprisraen wie der Muskelkästchen in der ganzen Wirbelthierreihe beinahe constanl ist. Beide Grundflächen des Prisraas werden von einer dünnen Flüssigkeitsschichte überzogen (Muskel- kästchenflüssigkeit). Zwischen je zwei Muskelkästchen befindet sich je eine Grundmerabran, und dadurch sind die Kästchen von einander geschieden. Jedes Kästchen besitzt aber eine eigene, dessen Seiten rings umschliessende Seiten- membran, die mit den anstossenden beiden Grundmembranen verschmilzt. Die Muskelkästchen sind in der Querrichtung der Spindel zu regelmässigen Scheiben angeordnet, welche Muskelfäden heissen mögen. Jedes Muskelfach besteht aus einer Grundmembran, die im Profil als Querlinie erscheint. Dann folgt in der Längsansicht der Muskelspindel die eine Hälfte eines hellen Quer- bandes, dann ein dunkles Querband, dann die Hälfte des nächstfolgenden hel- len Querbandes, dann wieder eine Querlinie u. s. w. Die auffälligste Differenz in der Deutung, welche einerseits Hensek und andererseits Krause den Bildern zu Theil werden lässl, besteht darin, dass Krause dasjenige als Muskelprisma, also einen anisotropen Theil ansieht, was Hensen für Zwischensuljslanz und isotropen Theil hält. Hepi'.xer2] hat gegen die Auffassung Hensen's und Krause's Bedenken er- hoben. Seiner Meinung nach sollten die glänzenden Zonen (Muskelkästchen- Flüssigkeit nach Krause, Querscheiben nach Bensen) nur der Ausdruck der totalen Reflexion sein, welche an den Grenzen zwischen der Haupt- und Zwischensubstanz stattfände. — Er stützte sich dabei auf den Umstand, dass die Lage der glänzenden Bänder in Beziehung zu der sie scheidenden Grenz- schichte (Mittelscheibe H., Querlinie K.) bei wechselnder Spiegelstellung ver- schoben werde, ja dass die Bänder bei gewisser Spiegelstellung ganz schwin- den. Er stützte sich weiter auf die Erscheinungen im polarisirten Lichte. 1) Zeitschrift für Biologie Bd. 5. 2) Max Schultze's Archiv Bd. 5.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907341_1274.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)