Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker.
- Date:
- 1871-1872
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Credit: Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker. Source: Wellcome Collection.
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![Wenn man näinlicU das Gesichtsfeld durch Gliiiiinerplalten färbt, so sieht man, dass sowohl die glänzenden Bänder wie die matten Scheiben stets in derselben Farbe erscheinen. lIiüNsiäN wie Krause nahmen aber an, dass nur eine von beiden anisotrop sei. Ich niuss mich, soweit es die Deutung betrilll, weiche Krahsk und 1]k.nsi;n den von ihnen zuerst gesehen(!n Bildern gegeben haben, an Hüppnuk anschlie- ssen. Ich will aber nicht behaupten, dass die Angelegenheit damit erledigt sei. Ich habe mich, seitdem Heppner die erwähnten Versuche in möinem Labora- torium ausgeführt hat, häufig und eindringlich n)it dem Baue der Muskelfasern beschäftigt, bin aber bis jetzt in Rücksicht auf die angeregte Frage zu keinem Abschlüsse gelangt. Meine Untersuchungen bezogen sich ausschliesslich auf frische Muskel- fasern, die ich ohne Zusatzflüssigkeit unter Deckglas gebracht und dessen Ränder dann durch Leistchen von Glaserkitt mehr oder w'eniger sanft an den Objectlräger gedrückt hatte. Auch habe ich den Umstand nicht vermieden, den Bensen in einer nachträglichen Publication contra Heppner so sehr rügt, ich habe nämlich zumeist die Muskeln von Hydrophilus benützt, weil eben, wie das schon von ausgezeichneten Fachgenossen hervorgehoben wurde, die Muskeln dieses Thieres für unsere Zwecke ausserordentlich günstig sind. Mit der Linse No. 15 von Hartnack untersucht, sieht man in den Fällen, in welchen die noch lebenden Muskelfasern quergestreift erscheinen, dass die Zwischensubstanzen (im Sinne Rollett's) nicht homogen sind. Man kann, na- mentlich wenn diese nicht sehr schmal sind, deutlich unterscheiden, dass hier dunkle Körnchen in einer hellen Grundsubstanz liegen. Sehr häufig habe ich der Längenrichtung nach in'einer Scheibe nur zwei Körnchen zählen können. Im Uebrigen v^'echselt aber die Anordnung derselben in der hellen Grundsubslanz. Bald sieht die ganze Zwischensubstanz wie eine dichtgranulirte Protoplasmazone aus, bald wieder ist sie stellenweise von den Körnchen frei, oder es sind diese dünner gesäet und unregelmässig verlheilt. Es ist vielfach angegeben worden, dass die Zwischensubstanz bei wechselnder Einstellung bald hell, bald dun- kel erscheint. Ich muss aber für die Auflösung, welche die Linse No. 15 giebl, mit Entschiedenheit behaupten , dass die Zwischensubslanz da, wo die Granulationen liegen, bei scharfer Einstellung immer dunkel, da wo aber keine Granulationen sind, immer hell und zwar heller ist, als die Hauptsub- stanz. Die Hauptsubstanz bleibt bei allen Einstellungen gleichmässig matt. Die Bilder, unter welchen die Muskelfasern von Hydrophilus, so lange sie sich noch sehr lebhaft bewegen, erscheinen, sind übrigens ausserordent- lich wechselvoll. An denjenigen, welche nur quergestreift erscheinen, wech- selt die Breite der Haupt- und Zwischensubstanz, variirt die Form der Grenz- flächen beider, so dass die Zwischensubstanz bald einen Knoten, bald wieder eine Verdünnung zeigt; es wechselt ferner die Stellung der Scheiben zur verticalen; bald sind sie windschief gestellt, bald wieder eben und vertical. Auch nimmt je eine Zone nicht immer die ganze Oberfläche oder das ganze](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907341_1275.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)