Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker.
- Date:
- 1871-1872
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Credit: Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker. Source: Wellcome Collection.
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![Kochen gehärtet sind, mit Scalpellen, Objecto, die in Flüssigkeit gehärlel sind, mit grossen flachen Klingen. Die fertigen Schnitte können ohneweiters angesehen werden oder sie werden noch mit Nadeln zugerichtet, oder durch sehr häufiges Pinseln oder Klopfen mit dünnen Stäben, oder auch durch anhallendes Schütteln in Probir- röhrchen von anhaftenden oder eingelagerten Formelementen befreit, und dann erst angesehen. Wenn die Gewebe brüchig oder zu klein sind, um sie mit den Fingern zu fassen, oder Höhlungen haben, die man gerne conserviren möchte, oder Unebenheiten, Hervorragungen auf der Oberfläche, wie Zotten, Papillen, und man auch durch diese Schnitte führen will, dann bedient man sich der sogenannten Einbeltungsmethode. Das Einbetten beruht darauf, dass man ein Gewebe in eine flüssige Masse taucht, welche sehr leicht zum Erstarren gebracht werden kann, und zwar bei gewöhnlicher Zimmertemperatur. Man bedient sich zu dem Zwecke erstens einer Mischung von Wachs und Oel, und zweitens einer concentrirlen Gummi- lösung. Die erstere wird so zubereilet, dass man in eine Porzellanschale über einer kleinen Flamme Wachs und Oel in gleichen Mengen einträgt. Das Mischungsverhälmiss beider kann übrigens variirt werden; je nachdem es sich herausstellt, ob die Masse zu fest oder ob sie zu weich ist, wird mehr Oel oder mehr Wachs zugesetzt. Das Gewebsslück, welches eingebettet wer- den soll, muss früher in Alkohol gebracht werden und da so lange bleiben, bis es durch und durch infillrirt oder richtiger gesagt, bis es so weit als möglich entwässert ist. Je nach der Güte des Alkohols nimmt dieser Process längere oder kürzere Zeit in Anspruch. Bei absolutem Alkohol und kleinen Gewebsslücken reichen nur wenige Minuten hin. Dann bringe man das Ge- webstück in feines Nelkenöl. Es ist dieses dem früher fast allgemein ange- wendeten Terpentinöl weitaus vorzuziehen, seines angenehmen Geruches wegen, ferner weil es sich nicht so leicht verflüchtigt und endlich, weil auch die Consistenz der Präparate eine für die Schnittführung günstigere, wird. Im Nelkenöl muss das Object so lange liegen bleiben, bis es durch- scheinend wird. So lange noch opake Flecken an demselben zu bemerken sind, ist die Infiltration mit Oel nicht vollendet. Dann wird eine Düte aus Papier bereitet, diese mit flüssig erhaltener Mischung angefüllt und das infil- trirte Gewebstück in die Düte, resp. in die flüssige Mischung gebracht. Bevor die Masse erkaltet, überzeuge man sich noch einmal von der Lage des Objectes und wenn sie einmal fest und opak wird, dann zeichne man sich auf der 0])er- fläche der Wachsmasse die Lage desselben an. So wie die Masse vollkom- men kalt ist, können die Schnitte ausgeführt werden. Die Marke dient dann als Wegweiser für die Schnittfuhrung. — Die Schnitte selbst müssen vom Messer abgeschwemmt werden. Es handelt sich bei dieser Einbettung in der Regel um sehr zarte Objecte, die wenig festen Zusammenhang haben, und dünne Schnitte aus solchen können nicht mit Nadeln oder Pincetten angefasst wer- den. Mit dem Schnitte wird auch immer eine Schichte Wachs abgetragen, und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907341_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)