Ueber Tabaksamblyopie und verwandte Zustände / von J. Hirschberg.
- Herschberg, J.
- Date:
- 1887
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Credit: Ueber Tabaksamblyopie und verwandte Zustände / von J. Hirschberg. Source: Wellcome Collection.
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![Scotom, von querovaler Form, den Fixirpunkt und den blinden Fleck einschliessend. In dem Scotom (S) verschwinden beiderseits rothe und grüne Papierstückeken fast vollständig, links auch blaue; weisse werden in dem Kerhtbeil des Scotoms grau. Die Peripherie des Gesichtsfeldes für weiss ist von normaler Ausdehnung, ebenso bleiben die Grenzen der Farbenfelder für die drei Grundfarben (Grün, Koth, Blau: die erste punktirt, die zweite gestrichelt, die dritte punktirt und gestrichelt) innerhalb des physiologischen, wenngleich sie eher als enge zu bezeichnen sind. Das Farbenfeld für Grün ist durch den sectorenförmigen Defect, welchen das Scotom gesetzt hat, aus einer kreisförmigen in eine halbmondförmige Fläche verwandelt. (S. Fig. 1 u. 2.)1) Abstinenz vom Tabak. Besserung, besonders des schlech- teren Auges; 3./2. 1878 S. c. V6 rechts, % links. 26./2. 1878, nach weiterer Abstinenz — Patient giebt an, nur ab und zu eine Cigarette geraucht zu haben, — S. c. 1/6 rechts, Y4 links. Das Scotom ist erheblich verkleinert, bez. auf einen sehr niedrigen, nur 2—3° hohen Streifen, der vom Fixirpunkt zum Mariotte'sehen Fleck reicht, reducirt. (In Fig. 1 u. 2 angedeutet durch eine gestrichelte Grenzlinie inner- halb des ursprünglichen Scotoms S, das durch eine ausgezogene Grenzlinie umgrenzt ist.) 2) [Amblyopia nicotiana.] Der 26jähr.CigarrenarbeiterS. kommt 21./2. 1878 wegen Sehstörung, welche seit 8 Wochen be- steht. Er raucht den ganzen Tag, täglich etwa 10 Cigarren (d. h. jährlich mehr als Y3 Centner Tabak) und trinkt Tag täglich eine kleine Seltersflasche voll Branntwein. S. c. Yie rechts, 1/30 links. [Sn. GC : 12' rechts, Finger 6' links.] Typisches paracentrisches Scotom, rechts etwas kleiner und weniger intensiv als links. (S. Fig. 3 u. 4.) Das Scotom reicht rechts noch 2—3° medianwärts vom Fixir- punkt, lateralwärts dagegen bis zum Mariotte'schen Fleck; es ist fast noch ein mal so breit wie hoch; weiss wird in demselben grau, grün wird grau, roth wird schwärzlich und blau wird blass- ]) Die Figuren stellen orthographische Projectionen des Gesichts- feldes um den Fixirpunkt als Centrum dar; m Mariotte'scher blinder Fleck, S Scotom, W Grenze für Weiss, B für Blau, B für Koth, Gr. für Grün. — GF. Schemata dieser Art, mit Skizzirung der normalen Grenzen für Weiss, Blau, Roth, Grün sind bei P. Dörffel, Berlin, 46 Unter deu Linden, zu haben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21634294_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


