Ueber Tabaksamblyopie und verwandte Zustände / von J. Hirschberg.
- Herschberg, J.
- Date:
- 1887
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber Tabaksamblyopie und verwandte Zustände / von J. Hirschberg. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![scheint für die Entstehung dieser Amblyopie erforderlich zu sein; das Postulat einer specifischen Einwirkung des Nico- tins auf die Opticusfasern wird dadurch noch nicht entbehr- lich. Der Sitz des Leidens ist im Sehnerven, nicht im Ge- hirn zu suchen, da jene negativen Scotome nicht an iden- tischen Stellen liegen. M. H. Ich betrachte es als den wichtigsten Theil mei- ner heutigen Aufgabe, Ihnen die Aufstellungen von Förster, welche dieser selber bisher erst ganz kurz ohne Kranken- geschichten und Zeichnungen mitgetheilt hat,1) durch spe- ciell ausgeführte Gesichtsfeldkarten anschaulich zu machen und, wie ich hoffe, in gewissem Sinne zu erweitern. Bei der Tabaksamblyopie ist im Beginn der Augenspiegelbefund nega- tiv. Wer sich gewöhnt hat, Jahre lang in einem grösseren Material jeden Patienten genau im aufrechten wie im umge- kehrten Bilde zu untersuchen, wird immer vorsichtiger in der Annahme einer Hyperämie oder Anämie des Sehnerven, weil die physiologischen Unterschiede sehkräftiger Augen ganz ausserordentlich gross sind. Ich habe die Papilla optica recht oft bei Tabaksamblyopie normal gefunden, wiewohl ich die von allen guten Autoren gemachte Beobachtung bestätigen kann, dass bei längerem Bestände des Uebels eine gewisse Blässe des lateralen Quadranten oder auch der lateralen Hälfte hervortritt. Man soll aber bei derartigen Zuständen den Werth des Augenspiegelbefundes, der selbst, wenn er positiv ausfällt,-nur ein bedingter ist, nicht überschätzen: die ge- naue, über die ganze Netzhaut ausgedehnte Func- tionsprüfung kann uns allein die entscheidenden Kriterien der Diagnostik und der gruppenweisen Zusammenfassung der Einzelfälle liefern. Die Leistung der normalen Netzhaut und die Methode der Functionsprüfung sind bekannt. Sie wissen, dass das Gesichtsfeld des unbewegten, stetig fixirenden Auges einem Gemälde vergleichbar ist, in dem nur ein kleiner Bereich, das fixirte Centrum von weniger als 10 Oeffnung, genau aus- geführt scheint, während nach der Peripherie zu die Skizzi- rung immer gröber und gröber wird; dass nur in dem cen- ]) Es liegen bisher nur wenige Bestätigungen vor. Vergleiche S c hpn, 1. c.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21634294_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)