Handbuch der Sauerstofftherapie / unter Mitwirkung von H. Brat [and others] ; herausgegeben von Max Michaelis.
- Date:
- 1906
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Credit: Handbuch der Sauerstofftherapie / unter Mitwirkung von H. Brat [and others] ; herausgegeben von Max Michaelis. Source: Wellcome Collection.
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![d. ]i. eines luii; Saucrsioff iiiipi-äciiifi-ien Brotes. Die ITerstelJunü' dessellion er- folgte in dei' Weise, dass ein Teil der im gebackejieji lU-ot eniJjaltenen Kohlen- säure und atmosphärischen Luft vermittelst einer Lrift)Kim|)(> extraliiert und dafür 0 subsiituiert wurde. Ijircli rühmt den (iebraiich dieses im|)rägnie]'ten Sauerstoffsbrotes besonders bei Verdainmgsstörnngen infolge nervösei' Schwäche und bei Beeinti-ächtignng der Assimilation. Sehon ein kleinej- Bissen sollte genügen. Inappetenz zu beseitigen oder bei krankluift gesteigertem Appetit ein Gefühl von Völle im Epigastrinm zn ei'zengen. — Vielleicht sind es Birclrs Arbeiten gewesen, die bei BoucJiardat den Gedanken angeregt habcrn, dass Sauerstoff bei Diabel;es zur schnelleren Verbrennung des Zuckers im Blute nützliche .Diensl,e leisten könne. Durch Pravaz' Arbeiten über k()iii|)i:iniierte Luft beeintlusst. widmete speziell der Franzose Demarijuay (hu' „Pneuraatologie medicale^' ein zu- sammenfassendes grösseres Werk, das avicli für den bezüglichen Teil bei Waiden bürg die I^auptquelle ])ildet\) und in (h/m ei- die Sauerstofftherapie ein- gehend würdigt. Demarquay experimentierte an sich und einigen Schüh^ni (Leconte, de Laveysse), fei'ner an Tieren und sah Erfolge bei Bhthisis. Asthma, ITerzkrankheiten, Blutarmut, Anämie infolge \on l)lut\'erlusten (nacli Entbindungen etc.), beim Skorbut, bei adynamischen Fiebern, Skrofulöse, Asphyxie, Vergiftungen, gewissen Formen von Diabetes, Gangraena senilis etc. Angeblich wurde auch in einem Falle von Hydrocele nach Injektion Aon U in die Tunica vaginalis lleilung erzielt; Teilweise gelangten zu ähnlichen Em- pfehlungen mehrere von Demarquay's Ijandsleuten bezw. Schülern. So sali Foucras gute Wii'kimgen xon Sauerstolfbädern bei Gangi'aena senilis, l>»''- renger-Ferand l)ehandelte Diabetes mittels 0-liduilationen, Brichetau er- zielte von O-Bädei'u bei Altersbrand in solchen FäMen einen Nutzen, wo die Anwendung frühzeitig vor \ erstoplüng der llanptarterie erfolgte. Leon de Laveysse, der in seiner wertvollen kritisch gehaltenen These auch die Literaturgeschichte berücksichtigt, beobachtete zusammen mit De]nar(|uay bei verschiedenen äusseren und inneren Affektionen tonische Wirkungen \on G, besonders bei Kachektisehen, die aus irgend einem Gi'unch' sich hallen einer Operation unterziehen müssen. De Laveysse empfahl die Aqua oxy- genata saturata bei Atonie des Magens und Darms, bei Dyspepsia üatrdenla der tlysteriker, ferner in der Rekonvaleszenz von schweren Krankheiten. Dw bekannte Kliniker Constantin Paul in Paris fand die Einatmung des Gasc^s in hohejn Grade wirksam in einem Fall von Asphyxie im Gefolge von TAmge]i- und Hirnkongestion, sowie in einem Fall von Koma nacli Opiumvergiftung, wo Atropininjektionen nichts geholfen hatten; nach l*]inatmung von 15 Litern 0 erfolgte sofoit Ivückkehr des Bewusstseins, ebenso in einem Fall \(m Ram3h- vergiftung. Paul berichtete ausserdem noch über Erfolge iji einem Fall \(in Emphysem bei einer jungen Frau und k(unmt schliesslich in seiner län.iicren Publikation nach eingehender historisch-kritischer Musterung eigener uml fremder Kasuistik zu folgenden Ergebnissen: 1. Sauerstoff ist k'ein Gift; nuin kami ohne Gefahr während mehrerer Tage je 30 Liter inhalieren. 2. 0 ist. ein kost- bares Mittel bei asphyktischen Zuständen, besonders bei accidenteilen Suffo- kationen, Strangulation, Vergiftungen durch Gase, durch toxische Dämpfe u. s. w. 3. 0 ist ferner wertvoll Ijei Attacken von nervösem Asthma, bei feuchten Katarrhen mit Eniphysetn. 4. 0 ist wertlos bei Phthisis. 5. Er bringt Er- leichterung resp. vorübergehende Besserung bei Albuminurie. 6. desgleichen 1) Leider stand mir Demarquay nicht zur Verfügung. Pagel.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21170484_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


