Die Muskatnuss : ihre Geschichte, Botanik, Kultur, Handel und Verwerthung sowie ihre Verfälschungen und Surrogate zugleich ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Banda-Inseln / [0tto Warburg].
- Otto Warburg
- Date:
- 1897
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Credit: Die Muskatnuss : ihre Geschichte, Botanik, Kultur, Handel und Verwerthung sowie ihre Verfälschungen und Surrogate zugleich ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Banda-Inseln / [0tto Warburg]. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Alter Ver- kehr zwischen Vorder- indien und Java. Kein Ver- kehr im Alterthum zwischen Java und den Molukken. Wie wir also aus diesen positiven und negativen Beweismitteln er- sehen werden, ist es überaus unwahrscheinlich, dass die alten Griechen und Börner schon die Muskatnuss oder Macis ge- kannt haben. b) Kannten die asiatischen Völker im Alterthum die Muskatnuss ? Sind wir zu dem Resultat gekommen, dass die antiken Kulturvölker des Mittelmeergebietes aller Wahrscheinlichkeit nach die Muskatnuss nicht gekannt haben, so mag dies auf den ersten Blick hin seltsam erscheinen, zumal da es ja doch, wie wir eben sahen, nicht unwahr- scheinlich ist, das im zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt Handels- verbindungen zwischen Hinterindien und dem Mittelmeergebiet bestanden. Aber sogar auch nach Theilen des malayischen Archipels hin muss es damals schon eine Schiffahrt gegeben haben, denn Ptolemäus, der um die Mitte des zweiten Jahrhunderts lebte, erwähnt auf seiner Karte schon den Namen Malayu und Jaba, Java oder Jawa; da dem letzteren Worte das Wort diu oder dib (sanskrit dwipa = Land, Insel) ange- hängt ist, so ist es klar, dass die Kenntniss des Namens Java dem Ptolemäus durch einen Inder (piöglicherweise freilich indirekt) über- mittelt wurde1). Dagegen erscheint es recht zweifelhaft, ob es damals zwischen Java and den Molukken schon einen Handelsverkehr gab, da keine einzige Nachricht aus der römischen und griechischen sowie indischen oder chinesischen Litteratur darauf hindeutet und damals die Molukken zweifellos von ganz uncivilisirten Stämmen bewohnt waren, Völkern, die sich in jener Zeit bestenfalls in einem Zustande der Kultur befunden haben mögen, wie etwa die Eingeborenen der Philippinen zur Zeit der Ankunft Magellans, ja, nach der Analogie benachbarter, aber von der späteren Kultur unberührt gebliebener Gegenden müssen wir annehmen, dass die alfurischen Stämme der Molukkeninseln damals sehr rohe und wilde Sitten hatten, wie das bekannte Koppen snellen etc. Wenn wir den arabischen Geographen trauen dürfen, so war selbst fast ein ganzes Jahrtausend später der Handelsverkehr dorthin noch !) Ptolemäus kennt drei Sabadiba genannte Inseln (Sawa dwipas = Sumpf [oder Reissumpf, sawab] Inseln), wovon Jabadiu (Gersteninsel, jawa sanskr. = Gerste) die mittlere ist, cf. Kruse, Indiens alte Geschichte, pag. 199. Noch im 9. Jahrhundert hiess übrigens Java bei dem arabischen Reisenden Soleiman und im 12. bei Edrisi Zabedj.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28109119_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)