Philipp Stöhr's Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen : mit Einschluss der mikroskopischen Technik / von Wilhelm von Möllendorff.
- Philipp Stöhr
- Date:
- 1928
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Credit: Philipp Stöhr's Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen : mit Einschluss der mikroskopischen Technik / von Wilhelm von Möllendorff. Source: Wellcome Collection.
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![I. Histologie1). A. Allgemeiner Bau der lebendigen Masse. Die Eizelle. Unter Zelle [Cytos2), Cellulaj versteht man ein räumlich begrenztes Formelement, welches unter gewissen Bedingungen fähig ist, sich zu ernähren, zu wachsen, sich fortzupflanzen und auf äußere Reize zu reagieren. Wegen dieser Fähigkeiten führt die Zelle den Namen „Ele¬ mentar Organismus“. Die Eizelle, als Entstehungsform jedes tierischen Organismus, zeigt die wichtigsten Eigenschaften jeder Zelle. Bevor die Eizelle ihrer Bestimmung gerecht werden kann, liegt sie, von anderen Zellen umgeben, im Eierstock (Ovarium; s. darüber unter Geschlechtsorgane). Frisch aus einem reifen Ovarialfollikel isoliert (s. Technik § 49), ist die Eizelle der Säugetiere, auch des Menschen, ein kugliges Grebilde, von 0,06—0,25 mm Durchmesser. Die menschliche Eizelle be¬ sitzt gewöhnlich einen Durch¬ messer von 0,25 mm; man kann sie also gut mit bloßem Auge erkennen. Damit über¬ trifft sie die Mehrzahl der Körperzellen an Masse. Die Eisubstanz ist im ganzen durchsichtig, aber nicht klar; sie enthält in großer Zahl kleinere und umfangreichere, meist kuglige Einschlüsse, die die Durch¬ sichtigkeit stören (s. Fig. 2). Diese Einschlüsse werden unter der Bezeichnung „Dotter“ zusammengefaßt. Nur dicht unter der Oberfläche und an einer bestimmten Stelle im Innern ist der Dotter spärlicher zu finden. Die Eizelle der Säugetiere ist von einer breiten, glasklaren Hülle umgeben, der Zona pellucida3). Diese besitzt feine Porenkanäle, durch die Nährmaterial aus der Umgebung der Eizelle eindringen kann. Nicht ganz zentral in der eben erwähnten dotterärmeren Masse der Eizelle liegt ein scharf begrenztes, hell durchscheinendes Bläschen, früher als „Keimbläschen“ bezeichnet (s. Fig. 2); es ist der Zellkern [Nucleus, Karyon4)]. In ihm tritt manchmal ein noch kleineres Kügelchen etwas dunkler hervor, der Nucleolus („Keimfleck“). Der Zellkern ist in allen Eizellen und in fast allen Körperzellen ein wichtiger Formbestandteil. Die gesamte übrige Zellmasse nennen Zona pellucida. Zytoplasma mit paraplastischen Einschlüssen. Keimbläschen (Zellkern). Fig’. 2 Eizejle aus einem Ovarialfollikel der Kuh. 250mal vergrößert. Technik § 49. 1) Von Histos (griech.), das Gewebe. 2) Von Kystos (griech.), der Hohlraum. 3) „Durchsichtige Schichte“. 4) Von Karyon (griech.), die Nuß, der Kern in Steinfrüchten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31363532_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)