Der Fetischismus dargestellt für Ärzte und Kriminalogen / von Wilhelm Stekel.
- Wilhelm Stekel
- Date:
- 1923
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Credit: Der Fetischismus dargestellt für Ärzte und Kriminalogen / von Wilhelm Stekel. Source: Wellcome Collection.
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![sehen erstens den ganz außerordentlichen Haremskult, ferner das all- mähliche vollkommene Abrücken vom Weibe. Wir sehen aber auch die infantile Einstellung und die Maskierung der Inzestphantasien. Y\ ie in einem Falle das von der Schwester benützte 'Steckkissen Symbol der Schwester wurde, so wirkt hier der Handschuh der Mutter, der als erster die Fülle fetischistischer Beziehungen einleitet, als Symbol der Mutter. Wahrscheinlich sind durch die bei der Kinderpflege entstandenen Streichungen des Dammes libidinöse Empündungen ausgelöst worden, welche den Damm dann zur erogenen Zone machten. Wir sehen aber auch hier die Wichtigkeit des Fesselns und Schnürens, des Einpressens mit deutlicher Beziehung auf die Lage in den Windeln. Denn der Kranke preßt manchmal das Hemd zwischen die Schenkel, ebenso wie die Windeln bei Säuglingen durchgezogen werden. (Psychosexueller Infantilismus.) Bei allen Fetischisten finden wir die Freude an den Schaufenstern, in denen Waren ausgestellt sind, welche sie fetischistisch reizen. Dies Starren auf eine Auslage ist eine Rückversetzung in die Kind- heit und hat auch eine bestimmte symbolische Bedeutung. Es ist ein 131 icken nach rückwärts in die Auslagen der Erinnerung, ebenso wie der Wandertrieb nach rückwärts tendiert. Vor den Auslagen tritt immer ein träumerischer Zustand ein, eine Art Absence, in der die Rück- versetzung stattfindet. Auch diese Triebhandlungen gehen in diesem Traumzustand vor sich, welcher dem Patienten eine Regression in dm Säuglingszeit gestattet, vielleicht sogar in den Mutterleib. Das Pressen am Damm drückt die Geburt aus, welche für diese Kranken eine religiöse Wiedergeburt bedeutet, also auch eine anagogische Tendenz aufweist. Der Gummi aber ist wieder ein Symbol und steht für den Phallus Was der Patient wünscht, ist ein Phallus, den er sich um den Leib winden kann, den er in den Anus stecken kann. Er will alle Lust aus sich schöpfen. Er ist der potenzierte Autoerotist. Deshalb das Ver- liebtsein in den eigenen Penis, das Blicken in den Spiegel. Er will Weib und Mann zugleich sein. Seine homosexuelle Einstellung ver- schwindet in dem Fetischismus. Diese typisch infantile Einstellung zeigt sich auch in dem ins Betturinieren, der Harnretention | Lrin- sexualität1)] und in dem Sicherwischenlassen, bekanntlich bei Kindern eines der lustbetontesten Spiele. Seine Frau muß immer den Popanz spielen, der ihn erwischt . . . Auf die Christusneurose deutet auch das Bedürfnis nach sym- bolischen Waschungen und der schon erwähnte Umstand, daß er sich in Kreuzstellung ans Bett fesseln und geißeln ließ. J) Vgl. das Kapitel ..Urineexualität“ in Band V.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2981702x_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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