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Credit: Handbuch der gewebelehre des menschen. Source: Wellcome Collection.
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![des Markes in kiii-zere Abschnitte etwas Natiirliches sei. Mit demselbeii Rechte konnte man audi die Varicositaten der centralen Nervenfasern als norniale BUdiuigen deuton, wie dies aucli friiber gescbali. Wenn nun audi die Schniitt- Lantermann'schen Einkerbunge]i nicht als normale Bildungen angesehen werden konuen, so ist doch die.Frage keine miissige, welche Veranderuugen der Nervenfasern die Entstehung derselben bedingeu und welche Bescbaff'enbeit die Trennungslinien der Markkegel darbieten. Weder Schniitt noch Lantermann baben diese Fragen beriibrt und ist Hanvier wohl der erste, der die liypotbese aufgestellt bat, dass in den Einscbnitten z^ascben dsn Markkegeln eiue Protoplasmascbicbt entbalten sei. Nacb Manvier findet sicb an jedem Segmente miterbalb der Schioann'sf^Qn Scbeide eine dunne Proto- plasmalage imd diese setze sicb aii den Einsdmiirungen auf den Acbsencylinder fort und beldeide aucb diesen. Zwiscben dieser iiusseren und inneren Proto- plasmalage sollen uun immer ZAviscben zwei Lantermann'schen Markkegeln verbin- dende Protoplasmablatter von Tricbterform sicb fuiden und somit das ]\Iark eines jeden Segnientes in einer grosseren Zabl von Hoblriiuinen entbalten sein (Lecons. I pg. 118 u. ff.). Beweise fiir diese Annabmen finden sicb bei Hanvier keine, denn wenn aucb als sicber anzuseben ist, dass zwiscben den Lantermann'- schen Kegeln eine bellere Substanz sicb findet, so feblt docb jeder Anbalts- punkt ilber die Natur derselben und stebt die Annabme der beiden Protoplasma- scliicbten uni den Acbsencylinder und unterbalb der Schivann'schen Scbeide ganz unbegriindet da. Weiter bat dann Golgi iiber die zwiscben den Markkegeln befindlicben Tbeile bemerkenswertbe Angaben gemacbt (Ai'cb. j)er le sc. nied. 1880 Vol. IV Nr. 10). Nacb diesem Autor finden sicb in den Nervenfasern, entsprecbend den Einscbnitten zwiscben den Markkegeln, ebensoviele Systeme von ki-eisforinig verlaufenden feinen Faden, die icb die o^' sc b en Mark fade n nennen will, von deuen jedes einen diinnen Hoblkegel darstellt, der seine abgestunipfte Spitze am Acbsencylinder, seine breite Basis am Eingange einer Markspalte und somit an der innern Oberflacbe der Schwann'schen Scbeide bat. Golgi betracbtet diese Fadensysteme als Stiitzapparate (apparati di sostegno) fiir die Mark- substanz oder das sog. Myelin und erwiibnt zugleicb, dass in gewissen Fallen an der gesammten Oberflacbe der Nervenfasern von einer Markspalte zvu andern eine Querfaserung wabrzunebmen sei. Golgi und sem Scbiiler Heszonico baben nmi iibrigens die erwabnten Fadensysteme nicbt nur an den peripberiscben Nervenfasern, sondern aucb an den der Schwann'schen Scbeide entbebrenden centralen Fasern aufgefundeji. Aucb diese Fasern zeigen, wenigstens im Riickenmark des Pferdes und des Ocbsen, Mai-kkegel und Markspalten, docb sind die letzteren scbiefer imd die ersteren langer, ferner beide weniger ausgepragt, aucb wobl, wie icb oben scbon betonte, stellenweise ganz feblend. Durcb die Golgi'sche Bebandlung mit doppeltcbi'omsaui-em Kali und Hollenstein steUte Ile30oizico aucb an diesen Fasern in der ganzen Lange des Markes dicbt aufeinander folgeude, lange, tricbterformige Stiitzappai-ate (unbuti) dar, welcbe eng in einander steckend von der Oberflacbe der Fasern bis zum Acbsencyliiider gingen. Diese Tricbter, die an ganzen Fasern eine scbiefe Streifung des Markmantels bewu'ken, besitzen eine gewisse Selbstiindigkeit,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21272062_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)