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Credit: Handbuch der gewebelehre des menschen. Source: Wellcome Collection.
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![Bekanntlich halten (liese Autoreu die Substaiiz derselben fiir Keratin, weil dieselbe in Trypsin unloslich sei, eine Angabe, der ueulich «7o A widerspi-icht, Meine eigenen Erfahrungen sprechen eher im Sinne yoyl. Joseph. Digerirt man dui'C^ Alkohol dargestellte Netze von Frosclinervenfasern 24 Stunden laug in Trypsin bei 37° C, so ist das Netz noch zu erkennen, aber undeutlich. An frischen Froschnervenfasern, die man ebenso mit Trypsin behandelt, fliesst das Mark an den Enden und an den Seiten aus, zeigt aber kein Netz, wakrend der Achsencylinder gelost wird. Kaninchennerven mit Alkohol und dann 24 Stunden lang mit Paucreatin behandelt, zeigen weder Achsencylmder noch Kerne; Henle'sche Scheide unverandert; Geriist in Korner und Stabchen zer- fallen, von denen manche der ersteren dunkelrandig sind, wie das Mark. Sehivann'sche Scheide nicht mehi- mit Sicherheit zu erkennen. Diesem zufolge mochten doch noch weitere Beweise abzuwarten sein, bevor .das betreffende Geriist mit dem Namen der Hornscheiden bezeichnet werden darf. § 119. Die Achsenfaser oder der Achsencylinder, der Neuraxon (Cylinderaxis von Piirhinje, das Piimitivband oder der Primitivschlauch von Rem ah) ist in den markhaltigen J^ervenfasem des Menschen und der hoheren Wirbelthiere bei genauer Nachforschung iibera-U und si eher zu erkenneii und zwar am allerleichtesten in den Centraltheilen, wo der Mangel der ScJmann'schen Scheide und die Zartheit der Neuroglia dem Zen-eissen der Nervenrohren wenig Hindernisse setzt und kann man dieselbe an den nahezu feinsten Elementen beim einfachen Zerzupfen in Wasser oder hi diinnem Kochsalz frei legen und als eine di-ehrunde oder leicht abgeplattete blasse Faser darstellen. An unveranderten ganzen Nervenrohren lasst sich dagegen die Achsenfaser eben so wenig wie die Schtvami'sche Scheide erkennen, da sie rings von dem Mai'ke umflossen ist und das Licht ebenso bricht wie dieses. In Betreff des Durchmessers der Neuraxonen im Verhaltniss zu demjenigen der Nervenfasern hatte man friiher nicht ganz richtige Anschauungen und ist es das Verdienst von Hanvier zuerst darauf aufmerksam gemacht zu haben (Traite technique pg. 745), dass derselbe ungefahr dem hellen Binnenraume einer doppelt conturirten Nervenfaser entspricht und nach Behandlung mit Osmimn- saure ziemlich unverandert sich erhalt. Ebenso treten auch nach dem Betupfen diinner lebender Hautnerven des Frosches mit einem Tropfen Acidum aceticum glaciale s. concentratum augenblicklich aus den Schnittenden viele Achsen- cylinder als blasse, helle, sehr breite Fasern heraus, und kann man auch an solchen Objekten von dem bedeutenden Durchmesser derselben sich vergovissern. Sehr geeignet um die Grossenverhaltnisse der Achsencylinder erkennen zu lassen, ist ferner auch Methylenblau. Dieser Stoff farbt in erster Linie die Achsencylinder m ihi-er voUen Breite blassblau. Nach und nach und besonders nach dem Zusatz von pikrinsaurem Ammoniak beobachtet man dann dass die Achsencylinder je langer um so schmaler und dunkler werden und endlich nur noch die Halfte oder noch weniger ihrer friiheren Durchmesser dar- bieten. Feist hat dieses Verba]ten nicht ganz richtig aufgefasst luid zu seiner Lehre von dem Vorkommen einer peripheren Achsencylindersubstanz 2*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21272062_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)