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Credit: Handbuch der gewebelehre des menschen. Source: Wellcome Collection.
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![ninimt, wurde oben schoii erwtihut. Laiige vor demselben hat Ranvier die Hypothese ausgesprochen (s. auch oben S. 8), dass in dieser Gegend eine diinne Lage Protoplasma sich finde, die an den Einschniirungen mit einer ahn- liclien Lage in Verbindung stehe, die zwischen der Schivmtn'schen Scheide und der ausseren Oberflache des Markes sich finde und als der Schtvann'schen Zelle angeboreiid zu betrachteu sei, so dass somit das Nervenmark bei jedem Segment in geschlossenen Raunien entlialten sei, die als Binnenraume der Segment- zelle anzusehen wiiren. Noch weiter ging dann JBoveri, der die Schivann''&chQ Meinbran selbst an den Einsclinurungen auf den Achsencylinder iibergehen liisst. Diese letzte Angabe ist jedoch sicher nicht begriindet, denn abgesehen davon, dass Jacohi einen solchen Uebergang nicht zu bestiitigen vermochte, betone ich vor allem, dass keines der Reagentien, welche die ScJitvann'sche Scheide so leicht fiir sich zur Anschauung bringen, von einer Verdoppel- uug derselben oder von Umschlagsstellen das Germgste erkermen lasst. Auch fill die Annahme von Manvier sprechen keine bestinimten Beobacht- ungen, denn wenu auch in der Nahe der Kerne der ScJnvann'schen Scheide, die ich als innerhalb, d. h. in der Substanz derselben liegend ansehe, sehr oft eine germge Menge feinkornigen Materiales sich vorfindet (s. bes. die Ab- bildimgen von Axel Key luid Retzius), so geht dasselbe doch niemals weiter und fehlt ausnahmslos in der Gegend der Einschniirungen. Das eben bemerkte zeigt auch deutlich, wie wenig die Hypothese von Hanvier, dass jede Schivcmn'^Q\xQ Zelle sanimt dem im Bereiche derselben liegenden Nervenmark die Bedeutimg einer Zelle habe und einer Fettzelle ver- glichen warden konne, fiir sich hat. Abgesehen von allem andern ist die ge- nannte Hypothese schon aus dem Grunde unzutreffend, well auch die Nerven- fasern der Centralorgane, die keine S chiv ann' &chen Scheiden besitzen, Nervenmark enthalten. Diesem zufolge sind die Zellen der ScJnvann'schen Scheide einfach platte, das Nervenmai'k und den Achsencylinder muhullende Mesoderm- oder Binde- substanzzellen und besitzen jedenfalls keine dnekte Beziehung zm* Bildung des Nervenmarks. (S. miten bei der Entwicklung der Nervenfasern.) Eine andere Frage ist es, ob die Grenzen dieser Zellen, die offenbar zu je Einem Segmente in besonderen Beziehungen stehen, an den fertigen Nervenfasern zu erkennen sind. Manvier hat die queren Linien, die unter gewissen Verhalt- nissen, namentlich nach Anwendung von Silber und Osmium in der Gegend der Ein- schniirungen auftreten (Fig. 345, 4), als Grenzen der einzelnen ScJnvann'schen Zellen aufgefasst, mir erscheint jedoch diese Angelegenheit noch nicht hinreichend geklart zu sein. Einmal erzeugen schon die hier vorkommenden Einbiegungen der ScJllvami'schen Scheide bei gewissen Einstellungen eine Querlinie ixnd dann kommen noch die oben schon erwahnten Auflagerimgen auf den Achsencylinder dazu, um die Deutung zu triiben, so dass ich vorlaufig diese Frage als eine nicht erledigte betrachte. Den in Bd. I auf S. 154 und 155 gemachten Angaben zur vergleichenden Histologie der Nervenfasern fiige ich noch folgendes bei: Bei der Garneele, Palaemon squilla findet sich nach Retziiis (Verb, d. biol. Ver. in Stockholm Bd. I 1888 No. 3 und Biol. Unters. N. Folge I J 890, S. 42 u. f]gd. Taf. XHI) eine besondere Art mai'khaltiger, mit Banvier'schen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21272062_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)