Die Meningitis cerebro-spinalis epidemica : vom historisch-geographischen und pathologisch-therapeutischen Standpunkte / bearbeitet von August Hirsch.
- August Hirsch
- Date:
- 1866
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Credit: Die Meningitis cerebro-spinalis epidemica : vom historisch-geographischen und pathologisch-therapeutischen Standpunkte / bearbeitet von August Hirsch. Source: Wellcome Collection.
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![ted, concur in ascribing good effects, nicht weniger von den portugiesischen Aerzten, welche nach dem Berichte von Gaskoin, nachdem sie sich von der Wirkungslosigkeit der anti- phlogistischen Methode und anderer eujpfohlener Mittel überzeugt hatten, zum Opium resp. Morphium ihre Zuflucht nahmen und damit verhältnissmässig sehr günstige Resultate erzielten^), endlich auch von deutschen Aerzten, so namentlich nach den in Ober- und Mittel- franken ^) gemachten Erfahrungen, wo Morphium bei heftigen Schmerzen, grosser Aufregung und Unruhe, stürmischen Deli- rien u. s. w. gute Dienste leistete, und in der Epidemie dieses Jahres in Westpreussen, wo mehrere Aerzte von der Anwendung von Opiaten, namentlich von Morphium, bei Reizungszuständen, grosser Unruhe des Kranken, Schlaflosigkeit, lebhaften Delirien u. s. w. in vielen Fällen günstige F]rfolge gesehen und mir selbst Gelegenheit gegeben haben, mich von denselben zu über- zeugen. — Ich zweifele hiernach nicht, dass dem hier bespro- chenen Mittel ein hervorragender Platz in der Therapie von Me- ningitis epidemica gesichert ist, wiewohl ich nicht verkenne, dass es sich vorläiifig noch darum handelt, bestimmte Indicatio- nen für die Anwendung desselben, so wie eine Nortnirung der Dose festzustellen; jedenfalls dürfte sich die Anwendung von *) „All patiejits submitted to its actio«, heisst es in dem Berichte, aus dem wir gleichzeitig ersehen, dass Morphium zu gr. ß Morgens und Abends gegeben wurde, ,,experienced alleviation from the very first, aud on continuing it a complete eure of the paroxjsms occurred, tending towards a regulär con- valescence in spite of the Opisthotonus, which was sometime, before it gave way. — ^) Ziemssen äussert sich in dieser Beziehung: „die Narcotica, und zwar fast ausschliesslich das Morphium, sind in der grossen Mehrzahl der Fälle in Anwendung gekommen, sowohl subcutan iujicirt, als • auch per os einverleibt. Während wir das Erstere bei den heftigen Exacerbationen vor- zogen, bei denen es wegen der unerträglichen Leiden der Kranken auf eine rasche Wirkung ankam, fand die Verabreichung des Morphium in kleinen (gl'Va4—Via) regelmässig 1—2 stündlich) wiederholten Gaben ihre Anwendung da, wo die Jactation und das klägliche Jammern der Kranken andauernd war. Einen Nachtheil haben wir selbst bei häufiger Anwendung niemals von dem Morphium beobachtet, dagegen so ausgezeichnete palliative Wirkung, dass es uns neben der Kälte als das unentbehrlichste Agens bei der Behandlung der Meningitis erscheint.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21058969_0190.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)