Zur Pathogenese der Geschwulstmetastasen : Inaugural-Abhandlung der medicinischen Facultät zu Erlangen vorgelegt / von Ludwig Acker.
- Ludwig Acker
- Date:
- 1873
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Credit: Zur Pathogenese der Geschwulstmetastasen : Inaugural-Abhandlung der medicinischen Facultät zu Erlangen vorgelegt / von Ludwig Acker. Source: Wellcome Collection.
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![Die zweite Quelle bildet die mit Gescdiwulstmasse erfüllte Vena tliyr. inf., die in die Vena auonyma sin. mündet und in der die Verhältnisse jenen vorhin erwähnten analog sind. Der Zusammen- hang der in der Lungenarterie liegenden Emboli mit der Gefäss- wand durch feine Fäden lässt auf Vascularisation schliessen und der Umstand, dass sich die embolischen Stränge besonders häufig in der Kichtung nach den Sarkomknoten hin linden, bestärkt hin- länglich die Ansicht, dass aus ihnen heraus sich die secundären Knoten entwickelten. II. Fall. Klinische Diagnose: Carcinoma colli. K., Alexander, 58 Jahre alt, trat am 19. Mai 1870 in die Erlanger chirurgische Klinik ein. Patient hatte zuerst im Sept. 1869 in der Haut des Halses kleine derbe Knoten bemerkt, die gegen Ende October sich entzündeten, abscedirteu und nach einer Incision reichlichen Eiter ent- leerten. Die Wunde heilte zu, um Weihnachten wurde durch eine Inci,sion wiederum viel Eiter entleert; die. Wunde schloss sich abermals, bis im Februar spontaner Aufbruch erfolgte und ein rasch um sich greifendes Geschwür sich entwickelte. Patient litt viel Schmerz und war stark von Kräften gekommen. Status: Patient klein, kyphotisch. An der rechten Seite des Halses und zwar in der Ausdehnung von der linken Seite des Kehlkopfs bis über , den Rand des Cucullaris hinaus, ferner vom ünterkieferrand bis 1 Finger- breit über der Clavicula ein tief eindringendes Geschwür. Der Geschwfirs- grund sowohl als die Ränder sind gebildet durch eine rothe, weiche, wie papilläre Wucherungen erscheinende Masse. Diese Masse prominirt an den Rändern etwa 1 Finger hoch und ist fast um ebensoviel umgeworfen. > In der Regio supraclavicularis und über dem vorderen Rande des Cucul- ] laris erscheint eine vom Geschwürsrande circa 1 Finger breit nach hinten ■; unten entfernte halbguldengrosse Stelle der Haut verdünnt, fluctuirend; dicht darunter eine feine Oefifnung, aus der sich bei Druck Jauche ergiesst. Etwa bis 4 Finger breit nach abwärts vom untern Rande des Geschwürs sieht man unter der Haut der Infraclaviculargegend blaurothe Gefässstränge verlaufen, welche sich derber, infiltrirt anfühlen. stand in der Umschneidung der Ränder des Geschwüres und der vorher bezeichneten dünnen hlautstelle. Von einem Versuche, die papillären Wucherungen abzutragen, musste abgestanden werden, da sich dieselben als in die Halsorgane nach oben und unten infiltrirt erwiesen. Die Ver- letzung einer Arterie, anscheinend nahe ihrem Ursprung aus der Carotis, machte eine doppelte Unterbindung der letzteren nöthig. Die nächste Zeit nach der Operation verlief günstig, die Fieberbewegungen waren mässig, Patient befand sieh leidlich wohl. Indessen bereits nach etwa 10 Tagen zeigten sich wieder allseitige Wucherungen in der Geschwürs- fläche, die rasch an Grösse Zunahmen; es stellten sich grosse Unruhe und Delirien ein, ein bereits zu Anfang bestehender Bronchialkatarrh, steigerte mLAu](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22332704_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)