Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus in ihrer Stellung zu den philosophischen Aufgaben der Gegenwart / von Eduard von Hartmann.
- Eduard von Hartmann
- Date:
- 1877
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Credit: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus in ihrer Stellung zu den philosophischen Aufgaben der Gegenwart / von Eduard von Hartmann. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Wesen selbst, welches in ruhender Einheit als Substanz verharrt, während es in einer Vielheit von objectiven Erscheinungen sich manifestirt. *) Die objective Erscheinung ist Erscheinung des Wesens, auch wenn kein wahrnehmendes Subject vorhanden ist, welches durch sie afficirt und zur Production einer subjcctiven Erscheinung angeregt wird; sie ist schon dadurch Erscheinung des Wesens, dass sie auf andere objective Erscheinungen einwirkt, auch wenn dieselben einer Subjectivität entbehren sollten. Wesen und objective Erscheinung verhalten sich genau wie Kraft und Kraftäusserung; die Kraft äussert sich, oder gelangt zur Erscheinung, sobald andere Kräfte da sind, mit deren Aeusserungen sie collidiren kann, gleichviel ob Jemand da ist, der dieses objective Spiel der an einander zur Er- scheinung kommenden Kräfte subjectiv wahrnimmt oder nicht. Als eines, absolutes Subject genommen, erscheint das Wesen dadurch, dass seine Totalfunction sich in sich in eine Summe von Partial- functionen gliedert, welche mit einander in Collision sind. Es er- scheinen also die Partialfunctionen des absoluten Wesens im objec- tiven Sinne an einander, ohne dass sie deshalb auch schon dem Wesen als solchen im subjectiven Sinne erschienen. Dies alles hat Vaihinger gar nicht verstanden (37); er verdreht meinen Ausdruck „objective Erscheinung hartnäckig in den völlig widersinnigen Ausdruck: „objectiver Schein, und wundert sich dann über den Widersinn, den er mir aufgebürdet (225). Schein ist eine Erscheinung, welche Erscheinung eines Wesens nur zu sein scheint, ohne es wirklich zu sein; der Schein kann also seinem Begriff nach niemals objectiv sein, sondern nur aus dem Subject stammen. Er- scheinung dagegen ist das Heraustreten des Wesens aus der reinen Wesenheit in's Werden, aus dem Uebersein in das wirkliehe Sein, oder aus dem metaphysischen Sein in's Dasein, also ein völlig objec- tiver Vorgang. Jenseits der objectiven Erscheinung ist kein reales Dasein mehr (wie Vaihinger mir irrthümlich unterstellt [40]), sondern nur Uebersein oder Wesen; die Wirklichkeit liegt nur im Wirken, d. h. im objectiven Erscheinen. Kealität und Phänomenalität im *) Es ist also ein Irrtlium Vaihinger's, wenn er mir hinter der subjectiven und objectiven Erscheinungsreihe noch eine dritte Reihe, „eine wahre Wesens- reihe im metaphysischen Sein zuschreibt (36).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21057187_0082.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)