Grundzüge der theoretischen Chemie / von Lothar Meyer. Mit zwei lithographirten Tafeln.
- Lothar Meyer
- Date:
- 1890
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Credit: Grundzüge der theoretischen Chemie / von Lothar Meyer. Mit zwei lithographirten Tafeln. Source: Wellcome Collection.
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![der Ausbruch eines Vulkanes, ein Erdbeben ein Gewitter M euer, das Leben und Wachsen von Pflanzen und Thieren sS schieden™ F® ^°r§änge setzen sich zusammen aus ver- schiedenen Einzelerscheinungen wie Licht, Wärme Schall Fiel- •u2 Verl'du,’srs Und NiedoraeUaS ««I andere» Zustandsändel er« SL6”« D elementaren Vorgänge, aus denen sich die Natur! schemungen zusammensetzen, sind Gegenstand der Naturlehre r ,n§eren Slnne, welche ihrerseits zerfällt in die Physik und die Chemie. Aufgabe der Physik ist es, diejenigen elemen- -VOr8ff ZU e,rforschen und auf ihre Ursachen zurückzu- fühlen, welche an den Dingen vor sich °ehen nhnp x'nc» • I ihrer stofflichen Natur wesentlich zu verändern. Die Chemie} hat diejenigen Veränderungen zu erforschen, welche der Stoff deT rT1ChG StoffIicbe' Natur wSnfli J vom ^.nff ' iDie Che“ie lst also die Wissenschaft om Stoffe. und seinen Aenderungen. tv ^ ~ • ^»^tliümlichkeiteii der chemisclieu Vorgänge Dte manmchfaltigen stofflichen Aenderungen der Naturkörpfr wfel z. B. die Bildung organischer Substanz in den Pflanzen, die viel-i seitigen Verandeningen der Pflanzen- und Thierstoffe/sowohl inj Färir rW1vdKCh die KunSt der Menschen’ dieGährung, diel Laulnis, die Verbrennung, ferner die Gewinnung von MeUllenl aus Erzen, die Bereitung von Nahrungs- und Genussmitteln von * Arzeneien Farbstoffen und ungezählten andereu Materialien, alle I ese Aenderungen des Stoßes vollziehen sich seit ungemessener | Wnn«ü de^vU§e? C er Menschen und grossenlheils auf deren I unsch und \ eranlassung, und doch sind sie Jahrtausende hin- | durch der gesummten Menschheit räthselhaft geblieben und sind 1 auch jetzt noch dem grössten Theile selbst der gebildeten Welt I so gut wie unverständlich. Diese Eigentümlichkeit der chemi- 1 sehen Erscheinungen, so allgemein verbreitet, so häufig und all- ] täglich und doch so schwer ihrem ursächlichen Zusammenhänge I nach erkennbar zu sein, hegt in ihrem eigenen Wesen selbst. I Ein oder mehre Stoffe werden unter gewisse Bedingungen ge- j -»rächt, z. B. erwärmt, beleuchtet, gestossen oder geschlagen ] oder auch scheinbar keiner besonderen äusseren Einwirkung ausgesetzt und erleiden eine gänzliche Umwandlung ihrer Natur! I Schwefel verbrennt und statt seiner erscheint ein siechend rie- chendes Gas; Steinkohlen werden erhitzt und liefern Leuchtgas; I Erze mit Kohle geschmolzen geben Metalle; Eisen rostet an der Luft, geschmolzenes Blei verwandelt sich in Glätte, ein unschein- : bares Pulver, das im Kohlenfeuer wieder zu Blei wird. Solche ! und tausend ähnliche Vorgänge haben etwas geheimnisvolles, : wundei bares. Während es bei den meisten phvsikalischen Er- scheinungen, z B. der Bewegung eines fallenden Körpers, eines gebrochenen oder zurückgeworfenen Lichtstrahles, der Erwär- mung oder Abkühlung, Elektrisirung oder Magnetisirung, den](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28060350_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)