Grundzüge der theoretischen Chemie / von Lothar Meyer. Mit zwei lithographirten Tafeln.
- Lothar Meyer
- Date:
- 1890
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Credit: Grundzüge der theoretischen Chemie / von Lothar Meyer. Mit zwei lithographirten Tafeln. Source: Wellcome Collection.
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![Es stehen also die Yerbindungsgewichte gasförmiger Elementarstoffe zu einander entweder unmittelbar in demselben Verhältnisse wie ihre Dichtigkeiten oder wie einfache rationale Vielfache derselben. Die einfachste und nächstliegende Annahme ist nun jedenfalls die, dass sich die Atome wie die Dichtigkeiten, d. i. wie die Gewichte gleicher Raumtheile verhalten. Dies kommt, darauf hinaus, dass in gleichen Räumen der verschie- denen gasförmigen Elemente bei gleichem Druck und gleicher Temperatur eine gleiche Anzahl von Atomen *' enthalten sei. Die Annahme machte Berzelius, im Gegen- sätze zu Dalton’s Auffassung. Als man aber dieselbe auf solche $ Elemente auszudehnen versuchte, welche erst in höherer Tem- 1 peratur den Gaszustand annehmen, erhielt man z. B. folgende 1 Dichtigkeiten: Hier konnte man die auf Wasserstoff bezogenen Dichtigkeiten j nicht als die Atomgewichte annehmen; denn zahlreiche Ana- j logien im Verhalten von Sauerstoff und Schwefel wiesen darauf hin, dass das Atomgewicht des letzteren nur fast genau doppelt ] so gross als das des ersteren angenommen werden kann; also S = 31,98 und nicht dreimal so gross (95,94). Ebenso ergiebt j sich aus den Aehnlichkeiten, welche der Stickstoff in seinen j Verbindungen mit Phosphor und Arsen zeigt, dass, wenn für jenen das Atomgewicht N=14 angenommen wird, dann die] des Phosphors und Arsens P = 31 und As = 75 gesetzt werden 1 müssen, also nur halb so gross, als sie sich aus der Dichte gegen ] Wasserstoff ergeben würden; denn nur so erhalten die in ihrem Verhalten einander analogen Wassersloffverbindungen die analogen Formeln NH3, PH;J, und AsII;i, während mit den doppelten Atom- gewichten letztere beiden durch PHG und AsIIG dargestellt würden. Auch gegen die Annahme, dass das Atom des Queck- ( Silbers nur etwa lOOmal so schwer sei als das des Wasserstoffes, I ergaben sich Gründe, welche Berzelius bestimmten, es 200 mal 1 so gross zu setzen. Aehnlich erging es noch mit einigen anderen ] aus der Dichte im Dampfzustände hergeleitelen Atomgewichten, ] während manche, z. B. die für Brom und Jod berechneten, sich j der ersten Gruppe von Elementen, dem Chlor etc., sehr wohl ] anreihten. § 18. Widersprüche imter den verschiedenen Aequi- Valenzen. Da nun die verschiedenen Arten von Aequivalenzen, j die chemische, die elektrolytische, die krystallographische, ther- ■ gegen Luft: gegen Wasserstoff: Schwefel 6,62 Phosphor 4,35 Arsen 10,4 Quecksilber 6,93 95,94 62,8 150,2 100.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28060350_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)