Grundzüge der theoretischen Chemie / von Lothar Meyer. Mit zwei lithographirten Tafeln.
- Lothar Meyer
- Date:
- 1890
Licence: Public Domain Mark
Credit: Grundzüge der theoretischen Chemie / von Lothar Meyer. Mit zwei lithographirten Tafeln. Source: Wellcome Collection.
75/232 (page 57)
![Atomgewichten proportionale Längen vom Nullpunkt aus aufge- ragen und in dem durch das Zeichen des zugehörigen Elemen- -es markirlen Endpunkte derselben Ordinaten aufgetragen, deren ünge dem Atomvolumen proportional ist. Verbindet man die tberen Endpunkte aller Ordinalen durch Linien, so erhält man 3ine Curve, welche sehr übersichtlich die Aenderungen des Atom Volumens mit dem Atomgewichte zur Anschauung bringt. )ie den leichten Alkalimetallen angehörigen fünf Maxima treten uiffällig hervor. Die zwischen ihnen liegenden Stücke der ]urve gleichen Kettenlinien, die jedoch an einigen Stellen unter- brochen oder punktirt gezeichnet sind, weil die dort hingehö- .-igen Elemente entweder noch ganz unbekannt oder nicht ge- aügend untersucht sind. Bei der grossen Regelmässigkeit des Verlaufes unterliegt es aber kaum einem Zweifel, dass die Curve sehr nahe so verlaufen wird, wie sie gezeichnet ist. Demgemäss sind auch in die vorige Tafel die diesen Elementen wahrschein- ich zugehörigen Werthe der Dichte und des Atomvolumens mit 7ragezeichen versehen in runden Zahlen eingetragen. Es ist nun sehr merkwürdig, dass die Eigenschaften aller Elemente durch deren Stellung auf dieser Curve bestimmt er- scheinen. Auf den auf die Maxima folgenden absteigenden besten derselben bis zum Minimum und wenig über dasselbe hinaus finden wir lauter schwer schmelzbare nicht flüch- tige Elemente, und zwar sind diese meist um so schwerer schmelzbar, je weiter unten sie sich finden. Auf allen auf- steigenden Aesten dagegen finden sich lauter leicht schmelz- bare und meist flüchtige Elemente. In der ersten Periode sind Stickstoff, Sauerstoff und Fluor jase, in der zweiten nur das Chlor; aber Phosphor und Schwefel ’ind leicht schmelzbar und flüchtig. In der nächsten Periode beginnt die Reihe der flüchtigen Elemente mit dem Zink (viel- eicht schon mit dem Kupfer), in der nächsten mit dem Silber, las im Knallgasgebläse destillirt werden kann, in der letzten, unvollständigen, mit dem Quecksilber. Wir können dies Ver- aalten allgemein so ausdrücken, dass, wo das Atomvolumen mit zunehmendem Atomgewichte abnimmt, die Elemente strengflüssig und nicht flüchtig sind, dagegen leicht schmelzbar und flüchtig, wo das Atomvolumen mit dem Atomgewichte wächst. Andre Eigenschaften wechseln in den grossen Perioden zweimal, so die metallische Natur, die sich in der Dehnbarkeit zeigt. Wie die im Maximum der Curve stehenden Alkalimetalle sind auch die an sie sich anreihenden Glieder noch Metalle, lüinn aber kommen bis zum Minimum spröde Stoffe auf die wieder jenseits desselben dehnbare folgen, die vor dem fol- genden Maximum wieder durch spröde Halbmetalle und Nicht- metalle abgelöst werden; z. B.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28060350_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)