Karl Schroeder's Lehrbuch der Geburtshulfe : mit Einschluss der Pathologie der Schwangerschaft und des Wochenbettes.
- Date:
- 1888
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Credit: Karl Schroeder's Lehrbuch der Geburtshulfe : mit Einschluss der Pathologie der Schwangerschaft und des Wochenbettes. Source: Wellcome Collection.
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![den in aufrechter Position hochstgelegenen Punkten der I'faiiiien- grnben gezogen denkt. Er misst I2V2 C. Unter Beckenenge versteht man eine Ebene, die man sich durch das Ende des Kveuzheins, die Sitzbeinstacbeln und den Sclieitel des Scbarabogens gelegt denkt. An ihr unterscbeidet man: Den graden Durcbraesser, der von der Spitze des Kreuz- beins zum Scbeitel des Arciis pubis gebt und IIV2 C. misst. Den querenDurcbmesser, der die Verbindung der beideu Spinae oss. iseb. bildet und IOY2 C. lang ist. Der Beckenausgang besteht aus zwei mit der Basis in einem stumpfen Winkel zusammenstossenden Dreiecken. Ibre ge- meinscbaftlicbe Basis wird dureb die Verbindung der Tubera oss. isch. gebildet. Das nacb vorn liegeude Dreieck hat seine Spitze im Scbeitel des Arcus pubis, das nacb binten gebende in der Steiss- beinspitze. Seine Durcbmesser sind: Der grade Durcbmesser, der die Spitze des Steissbeins mit dem Scbeitel des Scboossbogens verbindet und 9 bis 9V2 C. misst, wabrend der Geburt aber durcb ZurUckdrangen des Steiss- beins um gut 2 C. vergrossert werden kann. Der quere Durcbmesser, der die Mitte der beiden Tubera oss. iscb. verbindet und 11 C. misst. Anm. Die Angaben iiber die noi-malen Masse der Beckenhohle lauten sehr Terschieden, da die individuellen Abweichungen des Beckenkanals sehr bedeutend sind und, wie Balandin mit Eecht betont, die Methoden der Mes- sung nicbt ganz genau iibereinstimmen. Die oben mitgetheilten Masse ver- danken ihren TJrsprung der genauen Messung von 50 nicht pathologischen Becken. Das genaue Resultat der Messungen ist im Mittel folgendes: Vou Interesse ist [worauf schon Schwcighduser'^) aufmerksam macht], dass der rechte schrage Durchmesser nicht unerheblich grosser ist als der linke, wahrend bei der D. s. cot. das Umgekebrte der Fall ist. Zu erklaren ist diese leichte schrage Verschiebung, die wohl als eine physiologische zu betrachten ist, durch den intensiveren Gebrauch der rechten untern Extre- mitat. Indem der Druck der Rumpflast vorzugsweise auf diese fallt, niihert sich das Acetabulum dieser Seite dem Promontorium, werden also die D. s. cot. dextra und der linke schrage Durcbmesser etwas verkiirzt^). 1) Das Gebaren nach d. beob. Natur etc. Strassb. 1825. S. 51. — 2) S. Williams, Boston med. a. surg. J. 13. Sept. 1872. D. r. D. tr. D. obi. (1. D. obi. 8. D. s. cot. d. D. s. cot. s. Beckeneingang Beckenweite Beckenenge Beckenausgang 12,69 12,53 8,71 8,86](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21917462_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)