Karl Schroeder's Lehrbuch der Geburtshulfe : mit Einschluss der Pathologie der Schwangerschaft und des Wochenbettes.
- Date:
- 1888
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Credit: Karl Schroeder's Lehrbuch der Geburtshulfe : mit Einschluss der Pathologie der Schwangerschaft und des Wochenbettes. Source: Wellcome Collection.
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![iTOembranosem Verschluss der linken Tube das Corpus luteum sich im linken Eierstock befand, nur so erklaren, dass man annimmt, die allein offene rechte Tube habe das aus dem linken Eierstock ausgestossene Ei aufgenommen. Ganz ahnlicli ist der Fall von Oldham i), in dem bei vollstandigem Verschluss ■des Ostium abd. der rechten Tube das aus dem rechten Eierstock iierstam- mende Ei in der linken durcb Pseudomembraneu nach hinten verlagerten Tube sass. Dies letztere fehlte in dem sonst ganz ahnlichen von Leopold'^) beobachteten Fall. Zwiscben diesen beiden steht ein anderer in der New- Yorker med. Gaz. vom 12. Nov. 1870 mitgetheilter Fall 3), in dem von zwei Eiern, deren corpora lutea im rechten Eierstock sassen, die aber bei Ver- schluss der rechten Tube von der der linken Seite aufgenommen waren, das eine in den Uterus gelangte, wahrend das andere in der linken Tube stecken blieb und zur Ruptur fiihrte. Noch unzweideutiger sind die Falle von Ctei/iafc*) und von Luschka^). In beiden Fallen fand sich ein Uterus unicornis mit rudimentarem Nebenhorn. Zwischen beiden Hornern war keine Communi- cation und dennoch fand sich das Corpus luteum des im Nebenhorn sitzenden £,ies in dem Eierstock der aadern Seite. Da diese Falle sich allein durch aussere Ueberwanderung erklaren lassen, so sind auch wohl die Falle von Drejer^} und Scanzoni'^], in deren ersterem der Cervikalkanal an beiden Seiten anscheinend blind endigte^J und in deren zweitem eine Verbindung zwischen den beiden Hornern bestand, ebenso zu erklaren und ist die gezwungenere Deutung einer innern Ueberwanderung (durch das eine Horn des Uterus hindurch in das andere), zu verwerfen, wenn auch der von Kussmaul^) beobachtete Fall nebst einigen anderen zweifelhaft bleiben mag. Der Fall von Spaetli^^), in dem bei einem Uterus bilocularis das Ei sich in der rechten Halfte ent- wickelt hatte, wahrend das Corpus luteum im linken Eierstock sass, muss, •da die Scheidewaud sicher bis zum Orif. int., vielleicht bis zum Orif. ext. •ohne Unterbrechung herabreichte, ebenso wie der Fall von Bisiadechy'^^) in dem die Cervicalhohle gemeinschaftlich war, in Hinblick auf die Falle von Czihal und Lunchka als auf ausserer Ueberwanderung beruhend erklart werden. Auch die Falle von Mamer Kussmaul^ und Weber v. Ebenhoff^^) beweisen die aussere Ueberwanderung. In beiden sass das Ei im Fransen- •ende des rechten Eileiters, obgleich sich im ersteren das Corpus luteum im linken Eierstock fand und im zweiten der rechte Eierstock fehlte. Die Annahme einer inneren Ueberwanderung ist auch in diesen Fallen nicht zulassig, da bei ihr das ¥A durch die ganze Lange der Tuben bis in das Abdominalende gewandert sein miisste. Dass iibrigens auch eine innere Ueberwanderung vorkommt, wird durch einen von Sc/mZi^e beobachteten Fall 1) Guy's Hospital Reports 2 Ser. Vol. III. 1845. p. 272, u. Kussmaul 1. c. S. 339. — 2) Arch. f. Gyn. B. X. S. 248. — S. Virchow-Hirsch'soher Jahres- bericht iiber 1870. B. H. S. 522. — *) D. i. de grav. extr. etc. Heidelberg 1824, u. Kussmaul, 1. c. S. 134. - M. f. G. B. 22. S. 31. - El. v. Sie- bold's J. f. Geb. 1835. B. XV. S. 142, und Kussmaul, 1. c. S. 145 u. 321. — Beitrage zur Geb. u. Gyn. B. 1. H. 1 u. Kussmaul, 1. c. S. 158 u. 322. -- 8) S. Kussmaul, M. f. G. B. 20. S. 307. — ») Von dem Mangel u. s. w., S. 324. - 10) Wiener med. Presse. 186G. No. 1. — ) Wocheublatt d. Ges. d. ^^ lenor Aerzte. 1860. No. 30. — 12) Maurer, Von der Ueberw. d. menschl. Eies. D^^- Erlangen. 18(32, und M. f. G. B. 20. S. 295. — i^) Wiener med. Presse. 18b (. No. 50 u. 51.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21917462_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)