Abhandlungen aus dem Gebiete der praktischen Augenheilkunde / ergänzungen zum Lehrbuche von Karl Stellwag von Carion ; unter Mitwirkung der C. Wedl und E. Hampel.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1882
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Credit: Abhandlungen aus dem Gebiete der praktischen Augenheilkunde / ergänzungen zum Lehrbuche von Karl Stellwag von Carion ; unter Mitwirkung der C. Wedl und E. Hampel. Source: Wellcome Collection.
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![Gefässhaut stehen. In der Tliat sind hier pathologische Vorgänge, welche sich innerhalb der Grenzen eines Einzelnorganes halten, eine grosse Seltenheit; die allermeisten zeigen eine ausge- sprochene Neigung, sich über die verschiedensten Gewebs- arten ganzer Bulbu sah schnitte, ja über den gesammten Aug- apfel zu verbreiten. Die Uvea und die Bulbuskapsel erhalten ihr arterielles Blut bekanntlich gemeinsam aus den Ciliarschlagadern; indem diese das Kandschlingennetz für die Hornhaut liefern und, während sie die Sclera durchsetzen, um zur Uvea zu gelangen, eine Anzahl von Zweigen abgeben, welche sich in dem derben Lederhautgefüge selbst verästeln.1) Die hinteren Ciliararterien entspringen un- mittelbar aus der Arteria ophthalmica und dringen am hinteren Umfange des Augapfels in dessen Binnenraum ein. Die kurzen gehen, nachdem sie auch zwei starke Reiser zu dem hinteren Scleralgefässkranze abgesendet haben, in die Aderhaut über, wo sie das grobe Maschenwerk der Tunica vasculosa bilden helfen, eine Menge Ausläufer bis in das vordere Uvealgebiet schicken und sich in das dichte Haargefässnetz der Choriocapillaris auflösen. Die beiden langen hinteren Ciliararterien hingegen laufen ungetheilt in der Fusca nach vorne und treten, in zwei seitlich ausbiegende Aeste gespalten, in den Ciliarmuskel ein, um sich weiter zu verzweigen. Die vorderen Ciliararterien gehen aus den Schlagadern der vier geraden Augenmuskeln hervor. Ein Theil ihrer Aeste durchbohrt die vordere Lederhautzone und verästelt sich gemeinsam mit den beiden hinteren langen Ciliar- arterien in dem Accommodationsmuskel, in der Iris und im Strahlen- kränze. Die von diesen Aesten gebildeten Netze anastomosiren vielfältig mit jenen der Tunica vasculosa chorioideae theils durch die Ausläufer der letzteren, theils durch rückläufige Reiser, welche aus dem vorderen Uvealabschnitte zur Aderhaut streichen. ]) Siehe Leber, Denkschriften der math.-naturw. Gasse der k. Akademie der Wissensch. zu Wien, 1864, XXIV. Band, S. 299 u. f.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21078981_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)