Abhandlungen aus dem Gebiete der praktischen Augenheilkunde / ergänzungen zum Lehrbuche von Karl Stellwag von Carion ; unter Mitwirkung der C. Wedl und E. Hampel.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1882
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Credit: Abhandlungen aus dem Gebiete der praktischen Augenheilkunde / ergänzungen zum Lehrbuche von Karl Stellwag von Carion ; unter Mitwirkung der C. Wedl und E. Hampel. Source: Wellcome Collection.
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![über das ganze vordere Uvea Ige biet, gewöhnlich aber über die gesammte Gefässhaut und die damit in näheren Beziehungen stehenden Organe ausgebreiteten Processes aufgefasst werden. Ich sehe voraus, dass ich mit dieser Darstellung vielseitig auf Wider- spruch stossen werde. Ich habe darum auch seit längerer Zeit meine be- sondere Aufmerksamkeit auf die einschlägigen Fälle gelenkt und das reiche Material, welches sich mir dargeboten hat, mit aller Genauigkeit durchforscht. Ich glaube allen Grund zu haben, meine diesbezüglichen Angaben in ihrem ganzen Umfange aufrechtzuerhalten, ohne jedoch angesichts des Krückow- schen Befundes (S. 43) einzelne Ausnahmen völlig auszuschliessen. Doch kann ich nicht umhin, darauf aufmerksam zu machen, dass derlei Ausnahmen gar oft blos vorgetäuscht werden. So ist mir erst vor Kurzem ein fünf- jähriges, zart gebautes, doch sonst bisher ganz gesund gewesenes Mädchen vorgekommen, das linkerseits plötzlich ohne nachweisbaren Grund von einer schulgerecht ausgebildeten Keratitis diffusa im unteren Hornhautdrittel be- fallen worden war. Die interstitielle Trübung war eine sehr dichte nebelige, mit einzelnen feinen Punkten durchstreute; die Gefässinjection in der Binde- haut und Episclera absolut fehlend; die Iris ohne Spur von Veränderung; die Pupille durch Atropin maximal und gleichmässig erweiterbar. Nach wenigen Tagen war unter täglich einmaligen] Gebrauche des genannten Mydriaticums die Trübung völlig verschwunden, dagegen an dem unteren äusseren Theile des Pupillarrandes eine hintere Synechie zu Stande gekommen, während jedes andere Zeichen von Iritis vollständig mangelte und auch kein einziges Gefäss in dem vorderen Gürtel der Bindehaut und Episclera mit Blut eingespritzt erschien. So wie in diesem, habe ich auch in anderen Fällen ausnahmsweise reichliche wolkenähnlich hgurirte oder punktirte Producte unter der An- wendung von Schmiercuren, von Pilocarpin oder der Massage im Verlaufe von kurzer Zeit aus der Hornhaut verschwinden und nebenher gehende Iritiden zum Ausgleiche kommen sehen. Bei geringerer Aufmerksamkeit konnte die Betheiligung der Regenbogenhaut leicht der Wahrnehmung ent- schlüpfen und der Process auf die Hornhaut beschränkt scheinen. Um wie viel mehr müssen sich bei der starken Trübung der Cornea entzündliche Vor- gänge der Beobachtung entziehen, welche sich in dem entsprechenden Ab- schnitte des Strahlenkranzes abspielen? Jedenfalls können einzelne seltene Ausnahmen den Charakter eines Leidens unmöglich ändern. Offenbart sich schon in den Localisationsverhaltnissen und in dem ganzen Charakter der pathologischen Vorgänge y welche mit massigen oder mit punktförmig gruppirten Ablagerungen in den tieferen Schichten der Cornea einherzugehen pflegen, eine](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21078981_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)