Gesammelte Abhandlungen zur Physiologischen Optik / von Arther König ; mit einem Vorwort von Th. W. Engelmann.
- König, Arthur, 1843-1921.
- Date:
- 1903
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Credit: Gesammelte Abhandlungen zur Physiologischen Optik / von Arther König ; mit einem Vorwort von Th. W. Engelmann. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![XXXII. H. Blümnee. Die Farbenbezeichnungen bei den römischen Dichtern. Berliner Studien für klassische Philologie und Archäologie 13 (3). Berlin 1892. 231 S. Referat in Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane 5, 350-351. 1893. [*] Gladstone und Lazakus Geiger haben vor mehr als 30 Jahren, der erstere, indem er auf die Sprache Homer's, der andere, indem er auf die Sprache der alten Inder und Juden sich stützte, den Nachweis zu führen versucht, dafs das menschliche Farbenunterscheidungsvermögen noch inner- halb historischer Zeiten eine tiefgreifende Entwickelung durchgemacht habe. Auf den lebhaften Streit, der sich hieran anknüpfte, näher einzugehen, liegt jetzt keine Veranlassung mehr vor; die Frage ist dahin entschieden, dafs wohl der Reichthum der Farbenbezeichnungen nicht aber der Farben- empfindungen früher ärmer gewesen sei als heutzutage, ebenso wie der Ungebildete und der sogenannte Wilde auch für ihm völlig bekannte Dinge einen geringeren Wortschatz hat als der Gebildete. Vor mehreren Jahren hatte ich mit einem Indianer aus dem äufsersten Westen von Kanada folgendes Erlebnifs, welches in der angedeuteten Be- ziehung sehr interessant war und daher hier erzählt sein mag. Ich hatte seine Sehschärfe geprüft und liefs mir dann mit Hülfe eines Dolmetschers die Bezeichnung für die verschiedenen an den von seinen Stammesgenossen angefertigten Holzschnitzereien vorkommenden Farben angeben. Alle Ant- worten erfolgten ganz glatt und sicher; da bemerkte ich, dafs unter den vielen Pigmenten kein gesättigtes Blau vorkam. Ich zog einen so gefärbten Carton aus der Tasche und fragte nach der Bezeichnung dieser Farbe. Der Indianer stutzte, sah mich einen Augenblick rathlos an, als wenn er gar nicht verstehen könne, wie ich zu einer solchen Frage käme. Als ich diese dann wiederholte, ging er schweigend in einen Nebenraum, wo sich eine Ausstellung der in seiner Heimat vorkommenden Vögel befand; nach wenigen Augenblicken kehrte er wieder zurück mit einem Vogelbalge in der Hand und breitete dessen Flügelfedern über meinen Carton aus: Die Farbe war genau dieselbe. Ein Wort für die Farbe hatte er nicht, vermuthlich weil es kein so gefärbtes Pigment oder keinen so gefärbten [x Der Abdruck dieses Referates erfolgt wegen der darin enthaltenen, bisher sonst noch nicht veröffentlichten Beobachtung über den Farbensinn bei Naturvölkern.]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21286619_0454.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)